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Horst Wegener: Selfmade-Genie made in Wuppertal

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Unwissende würden hinter dem Namen Horst Wegener wahrscheinlich Schlager vermuten, vielleicht Volksmusik oder einen Singer-Songwriter mit Akustikgitarre auf dem Schoß. Mit Sicherheit aber nicht den alternativen, zukunftsgewandten Deutschrap, den der Newcomer aus Wuppertal tatsächlich liefert. Mit seiner neuen EP verabschiedet sich Horst Wegener in den „Flugmodus“ und nimmt uns in sieben Songs mit auf eine Reise vom Gate bis nach Ecuador.

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Ein auffälliger Name kann Fluch und Segen zu gleich sein. Theophilus Junior Bestelmeyer hatte es in der Schule mit Sicherheit auch nicht immer leicht, doch trotzdem hat ihm dieser Name einen wahrhaftigen Hit eingebracht. Auch Horst Wegener wirkt vielleicht beim stumpfen Durchscrollen wie ein Fremdkörper in jeder Deutschrap-Playlist, aber wer sich dann doch mal rein klickt, wird belohnt und kommt so schnell nicht mehr weg.

Das ist Horst

Schon 2018 veröffentlicht der Rapper aus Wuppertal mit Unterstützung von Deutschrap-OG Samy Deluxe seine erste EP und stellt klar: „Das ist Horst“ – starke Texte und verspielter Rap, der alles darf. „Alles dürfen“ ist auch ein gutes Stichwort für sein folgendes Projekt: „12 Jahreszeiten“ erscheint in Form von zwölf einzelnen Songs, verteilt über die Jahre 2019 und 2020. 

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Made In Wuppertal

Zum selben Zeitpunkt geht Horst Wegener mit seiner eigenen Produktionsfirma WUPPERwerft an den Start. Diese wird schnell zu einem wichtigen Kreativ-Hub in Wuppertal und es werden von Werbung bis Musikvideos viele Medien-Produktionen umgesetzt. So auch der Kurzfilm „Schweigemahl“, in dem Horst Wegener und Arne Schramm erlebte Diskriminierung verhandeln.

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Heute ist das Projekt WUPPERwerft über sich selbst um ein Vielfaches hinausgewachsen und deckt unzählige Aufgaben ab: Label, Studio-Komplex, Konzertlocation und nicht zuletzt sogar Veranstalter für das Dach der Stadt Open Air in Wuppertal. 

Der Boy aus der Hood ist jetzt ein „Goldjunge“

Auf seinem eigenen Label WUPPERwerft veröffentlicht Horst Wegener dann auch im April seine zweite EP „Kurkumagelb Metallic“. Mit den fünf Songs berichtet der Rap-Newcomer von den Sorgen und Ängsten, aber auch Privilegien und Annehmlichkeiten des Lebens als Selfmade-Unternehmer. „Sitze mit weißen Männеr heute im neunzehnten / Doch inzwischen lassen sie mich ausreden“, das ist vielleicht die Zeile, mit der Horst Wegener seine neue Stellung im Song „Bleibe hier“ am besten auf den Punkt bringt. Der Boy aus der Hood ist jetzt ein „Goldjunge“, wie er im darauf folgenden Song mit Feature-Gast Teesy verkündet.

Und nicht nur die Nullen auf dem Konto sind jetzt anders verteilt, auch der Sound von Horst Wegener hat ein Update erfahren. Seine Musik klingt weiterhin organisch und detailverliebt, mit Spuren aus R&B, Soul und Lo-Fi. Trotzdem spaziert Horst Wegener auch elegant neben dem Zeitgeist her, ist für Trap-Einflüsse offen und schwenkt im Handumdrehen zwischen selbstbewusst gerappten Zeilen und gesungenen Passagen.

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Horst Wegener schaltet den Flugmodus ein

Aber Horst Wegener macht keine Anstalten, sich auf dem bisher erreichten auszuruhen und das Jahr mit nur einer EP abzuschließen. Stattdessen hält der Rapper seinen Output hoch und hat Ende September gleich das nächste Projekt veröffentlicht. „Flugmodus“ ist dabei so etwas wie der wohlverdiente Urlaub nach einem gefüllten Festivalsommer und den zurückliegenden Jahren des Hustlens. Der Titeltrack eröffnet die EP mit Latino-Bläsern und klingt wie die perfekte Kreuzung aus Young Thugs „Hot“ und zeitgenössischem Deutschrap, mit einer Hook für die Moshpits des Landes. Horst Wegener klingt nach Straßenrap-Königsklasse à la Summer Cem und Kalim, aber auch der Genre-bezwingende Sound von Schmyt kommt in den Sinn. 

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Nicht nur Horst Wegener selbst ist ein spannender Charakter, auch Dwan, der ebenfalls bei WUPPERwerft veröffentlicht, hat einiges auf dem Kasten. Er ist mit „Flugangst“ und „Müller Catoir“ auf gleich zwei Songs zu Gast, wobei letzterer mit seinen tanzbaren Beats das Ding zum Mini-Hit hat. Dass Horst Wegener aber genauso auch mit allen Konventionen brechen kann, zeigt das experimentelle Ende von „Flugangst“ oder der psychedelische Laid-Back-Sound von „Todo Buena“. „17 Uhr und die Sonne geht grad’ auf / Das Meer ist blau und safe, ich bin es auch“, rappt Wegener mit Autotune-trunkener Stimme, wie ein Propeller, der sich in größter Sommerhitze träge an der Decke dreht. So ganz kann er den Kopf dann aber auch nicht abschalten: „Bruder, Bruder, Bruder“ kehrt zurück zu treibenden Drums und gezielter Gesellschaftskritik, bevor „Lass machen“ die EP dann mit entspannten Reggae-Beats ausklingen lässt.

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Der Urlaub ist vorbei, „lass machen“. Horst Wegener hat sich seine Position hart erarbeitet und längst nicht vor, damit aufzuhören. Man könnte ihn mit vielen Worten beschreiben: Rapper, Sänger, Musik- und Videoproduzent, Labelchef und Veranstalter. Oder auch einfach als Selfmade-Genie, made in Wuppertal.

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