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Idles lieben ihre „Dancer“ – neues Album „TANGK“ im Februar

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Wer schon mal auf einem Konzert der Idles war, weiß, wie schwer es ist, dort NICHT durchzudrehen. Ihr über die Jahre catchy gewordener Post-Punk-Sound ist eh wie dafür gemacht, in kollektive Veitstänze auszubrechen. Sänger Joe Talbots Ganzkörper-Zuckungen und sein raumgreifendes Charisma helfen auch nicht sonderlich, die Lage zu entschärfen. Und dann gibt’s halt noch Leadgitarrist Mark Bowen, der in wallenden Kleidern über die Bühne rauscht und seine Gitarre mit dem ganzen Körper spielt. Spätestens wenn er sich, „My Heart Will Go On“-schmetternd, ins Publikum schmeißt, gibt es kein Halten mehr.

„Collide us as we work it out“

Wenn man sich die neue Idles-Single anhört, hat man das Gefühl, der Anblick ihrer tanz- und pogowütigen Crowd habe sich hier ganz bewusst in die Poesie des Joe Talbot geschlichen. Das bestätigt er in der Pressemitteilung zum Song. Es gehe um die entrückte Ekstase einer neuen Beziehung, sagt Talbot, aber zugleich eben auch um die manchmal gar nicht so unähnlichen Gefühle einer euphorischen Live-Show.

„‚Dancer‘ ist die Wucht, die aus dem pochenden Herzen der Tanzfläche kommt, durch deinen Körper rauscht und dir Leben aus der Musik, aus der Liebe und aus dir gibt.“ Im Song drückt er das in diesen Zeilen aus: „I give myself to you / As long as you move / On the floor / Collide us as we work it out.“ Das Video zu „Dancer“ ist die perfekte visuelle Entsprechung: Wir sehen und hören einige Menschen, die sich dem Idles-Song hingeben. Darunter auch Indie-Prominenz: James Murphy und Nancy Whang von der New Yorker Band LCD Soundsystem sind zum Beispiel dabei. Am Ende teilen sich einige der gezeigten Tänzer:innen die Bühne mit den Idles.

Ein Album über Liebe und Dankbarkeit

„Dancer“ ist die Vorabsingle des neuen Idles-Albums „TANGK“ (was sich wie das englische Wort für Panzer, Tank, anhören soll, nur gerne ein wenig weicher nach hinten raus), das die Band aus Bristol am 16. Februar 2024 via PIAS / Partisan Records veröffentlichen wird. Wüsste man nicht schon, dass Songs wie „Dancer“ den typischen Idles-Punch haben, könnte man sich fast sorgen, dass Talbot und Co. da ein Hippie-Album aufgenommen hätten.

Denn, so erklärt Joe Talbot vorab: „TANGK“ sei ein Album über Liebe. Das Wort komme ganze 29-mal in der rund 40-minütigen Spielzeit vor. Die Liebe, die er vom Publikum bekomme, sei für Joe Talbot in den letzten Jahren auch in dunklen Zeiten eine Stütze gewesen. „Wenn du den Leuten auf der Bühne alles gibst, geben sie dir auch alles zurück. In unserem Publikum gibt es keinen Bullshit, keine Grauzonen“, sagt er. „Ich wollte das auf eine Platte bringen. Ich habe mehr Kraft in mir als je zuvor, und sie resultiert aus dieser Liebe.“ Aber keine Panik: musikalisch wütend und politisch werde es auch, zum Beispiel im lärmenden Hardcore-Song „Hall And Oates“.

Wieder einmal namhafte Produzenten an Bord

Wie schon beim Vorgänger-Album „Crawler“ haben sich die Idles Produzenten gesucht, die sonst eher nicht im Post-Punk unterwegs sind. Kenny Beats, der ihr letztes Album produzierte, ist wieder beteiligt. Er arbeitet sonst eher mit Pop- und Rap-Acts wie Roddy Rich, Denzel Curry, Vince Staples, Benee, Dermot Kennedy, Ski Mask The Slump God oder Aitch. Zweiter im Bunde ist Nigel Goldrich, der vor allem als Hausproduzent von Radiohead und deren Nebenprojekte The Smile, Atoms For Peace oder Thom Yorkes Solo-Alben bekannt ist. Aber auch Mark Bowen, den wir weiter oben etwas unzureichend als Leadgitarrist bezeichnet haben, ist intensiv an der Produktion beteiligt.

Kurz nach dem Release von „TANGK“ werden die Idles auch wieder live in Deutschland zu sehen sein – und wir freuen uns jetzt schon drauf, völlig verschwitzt im Laufe des Abends gemeinsam diese Zeilen zu brüllen: „I’m a dancer! You’re a dancer! Let’s dance!“ Womit wir auch gleich eine der größten Fragen der jüngeren Musikgeschichte beantworte hätten. Nämlich das einst von den Killers in ihrer Genialität oder Stulligkeit aufgeworfene Rätsel um die Frage: „Are we human / Or are we dancer?“ Idles beantworten das auf ihre Weise – aber mit aller Entschlossenheit, die ihr Moshpit so aufbringen kann…

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