In „Endless Summer“ besingt Cro eine warme Post-Klimakrise Dystopie
Schon mit „Fall Auf“ verdeutlichte Cro, dass sich sein künstlerisches Schaffen seit „Tru“ um einiges weiterentwickelt hat und er auf völlig neue, virtuose Soundbilder setzt, die wenig mit dem zu tun haben, was aktuell im Deutschrap oder Pop stattfindet. Sein jüngster Streich „Endless Summer“ untermauert seinen Genregrenzgang nur noch mehr. Sowohl klanglich, als auch inhaltlich zeigt Cro neue Facetten. Auf einem Instrumental, das sich mit seinem dreckigen Gitarrenriff, seinen ebenso dreckigen Drums und dem verträumten Chor irgendwo zwischen den Sounds von Steve Lacy, Rex Orange County und Tyler, The Creator bewegt, besingt Cro eine Welt in der der Klimawandel um einiges weiter fortgeschritten ist als zur heutigen Zeit. Asphalt verflüssigt sich, Sanduhren schmelzen und durchs Ozonloch wird gen Mond gesprungen. Die Idee zum Song und den kryptischen Lyrics haben ihren Ursprung in einem Gedankenspiel von Cro: „Was wäre, wenn wir immer Sommer hätten und es ständig heißer werden würde. Tatsächlich passiert ja genau das. Aber warum eigentlich? Weil alle ständig mit dem Flugzeug reisen, um den Sommer genießen zu wollen. Total paradox.“ Im dazugehörigen Video verfolgt der Zuschauer den Alltag eines naturnahen Waldstammes, dessen mutmaßlicher Häuptling von Cro verkörpert wird. Bunte, psychedelische Bilder, Stammesrituale und ein pseudo-futuristischer Roboter, der den Stamm bedroht und vermutlich als Sinnbild für die negativen Seiten des technischen Fortschritts herhält, kann man auch bestaunen. Im Fall von „Endless Summer“ ist sowohl Song als auch Video als überaus trippy zu beschreiben, eigentlich kein Wunder, denn wie Cro am Ende des Clips propagiert: Life’s a Trip.
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