In „Marilyn“ bewegt sich Marteria zwischen Traum- und Albtraumwelten
Mit „Marilyn“ erscheint die dritte Single von Marteria und sie untermauert einmal mehr, dass der Rostocker einer der größten Songwriter unserer Zeit ist. die einmal mehr untermauert, dass der Rostocker einer der größten Songwriter unserer Zeit ist. „Marilyn“ erscheint im ersten Ohrenblick wie ein astreiner Liebessong für die Angebetete. Zeilen wie „Lass uns den Rest von der Kohle nehm / Ist irgendwie alles egal im Moment / Die Augen verbinden einfach den Globus drehen / Alles ist schön wenn man die Gefahr nicht erkennt“ vermitteln einem diese starken Gefühle der Grenzenlosigkeit und des tollkühnen Mutes, die man nunmal hat, wenn man die Traumpartner:in gefunden hat.
Marteria – Marilyn
Die Hook des Songs deutet jedoch an, dass „Marilyn“ ein Song mit mehreren Bedeutungsebenen ist und der C-Teil (in dem tatsächlich von Albträumen und Panik die Rede ist) macht das ebenfalls noch mal deutlich. Dass Marteria besagte Hook nach der bedrohlich anmutenden Bridge abgeändert hat und plötzlich die Worte „verboten und verherrlichend“ erklingen, ist ein weitere Indiz für die schemenhafte zweite Eben von „Marilyn“. Ehrlich gesagt kratzen wir mit unserer lyrischen Analyse immer noch an der Spitze des Eisbergs, denn Marteria schafft mit seiner musikalischen Bildmalerei verschiedenste Assoziationen. Wann ein Kopf Havana, wann ein Herz Usbekistan ist und was diese kryptischen Formulierung im Detail für eine Bedeutung hat, steht jedenfalls noch in den Sternen.
Sirius Mo, Sound und Kolumbien
Soundtechnisch lässt sich zu „Marilyn“ auch einiges erzählen, denn der melodische und sphärische Beat des Tracks basiert auf ein Instrumental von dem Berliner Techno-/Elektroproducer Siriusmo aus dem Jahre 2017. Thematisch passt die Wahl des Samples sehr gut in das bisherige Club- bzw. Rave-Theme, welches sich durch die jüngsten Songs von Marteria zieht. Dass das Original von Siriusmo „Important Movie Scene“ heißt, führt uns schon zum nächsten Punkt, dem Video von „Marilyn“. Der Streifen führt uns durch einige wundervolle Kulissen, welche Kolumbien und seine Metropole Medellín zu bieten hat. Egal ob der einzigartige Charme eines alten Arcade-Game Raumes, das stürmische, vermutlich pazifische Meer (samt Fischer und Netzwurf), das eigenartig schöne Ambiente einer Marginalsiedlung oder etwa ein spärlich beleuchteter Club – Marteria zeigt uns, was das Land zu bieten hat. So kontrastreich der Text von „Marilyn“ ist, so kontrastreich ist auch das Video und das Land in dem es gedreht wurde. Apropos Kontrast: Besonders erwähnenswert ist das Spiel mit den Farben und den Lichteinstellungen, die stellenweise an Szenen aus „Work“ von Rihanna und Drake erinnern, nur ein gutes Stück düsterer und atmosphärischer. Aber davon solltet ihr euch besser selbst überzeugen.
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