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In „Schon witzig“ scherzt Zartmann mit der Ironie des Schicksals

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Tagged: Zartmann

Hochmut kommt vor dem Fall, heißt ein schönes Sprichwort, aber der Berliner Newcomer Zartmann überspringt den Hochmut und prognostiziert direkt sein Karriereende, noch bevor er im Rap richtig durchstarten konnte. „Schon witzig“ heißt seine erst zweite Single und knüpft direkt an den melancholischen Debütsong an. Denn neben viel Liebeskummer und der Angst vor der Einsamkeit zeigt Zartmann auf „2 Blocks“ vor allem die Kontraste der Hauptstadt auf. „Alle kaputt man, hier raus kommen heißt Glück / Berlin hat Hunger, heißt ich seh‘ wies frisst / Alles und jeden irgendwann auch mich“, hieß es damals noch vor drei Monaten im Text und genau auf diesen Ansichten baut „Schon witzig“ auf. 

Es ist keine naive Sichtweise, die Zartmanns Texte prägt, sondern eine sehr bodenständige, aber gleichzeitig auch schwarzmalende Perspektive. Das Glück, das alte Biest hat bei ihm dann doch zugeschlagen, aber nicht nur dass, denn hinter dem New Wave Rapper steckt vor allem auch viel Talent, weswegen er binnen kürzester Zeit mit nur einem Song von sich reden machte. 

Zartmann – Schon witzig

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„Ist schon witzig / Wo einer geht, muss auch einer kommen / Hier bin ich“ ist nun also seine persönliche Vorstellung im Deutschrap. Was vordergründig nach ganz viel gewonnenem Selbstbewusstsein im Laufe der letzten Monate klingt, ist jedoch das Festhalten der Ironie dahinter. Denn trotz des aufkommenden Hypes weiß Zartmann, dass auch er genauso austauschbar in diesem System ist und zeigt das bildhaft auf sehr eindringliche Art und Weise im neuen Musikvideo. 

Auch wenn die beiden Songs eine thematische Nähe aufweisen, ziehen sie musikalisch erstmals zwei Eckpunkte auf, die den Soundrahmen für den Berliner Newcomer bilden. „2 Blocks“ bestach durch harmonische Klavierakkorde, Schwermut und sphärische Synthies, während „Schon witzig“ mit deutlich mehr Dance-Charakter und treibender Rhythmik um die Ecke kommt und mit einer düsteren Ironie spielt, die sich Leben nennt. 

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