In „September“ entführt uns Dissy in seinen düster brennenden Künstler-Kosmos
Erst im Januar veröffentlichte Dissy das „Bugtape Side A“, auf dem er sich sowohl soundtechnisch als auch gesamtkonzeptionell vollkommen ausgetobte. Die einzelnen Namen der elf Anspielstationen ergeben zusammenhängende Sätze, die in ihrer Bedeutung wiederum kryptisch wirken. Das Soundbild ist Roh, reduziert, dystopisch und trotzdem auf eine ganz eigene Art sehr kohärent in seiner Ton-Auswahl. Mit „September“ erscheint nun der erste Vorbote des „Bugtape Side B“. Der Song knüpft nahtlos an die A-Seite an. Das virtuose Beat-Arrangement deutet genauso an, dass „September“ im Tape-Kontext nochmal eine völlig andere Wirkung entfaltet, ebnenso wie die abstrakten, düsteren Lyrics. „Ich weiß du wärst dabei, wenn hier Milky Chance läuft / Heute bin ich wie du, von mir selbst überzeugt / Lösch’ alle Business-Stimmen von meiner Mailbox / Ich bin nicht perfekt, es ist September“. Im dazugehörigen Video, bei dem Dissy selbst Regie führte, wird „September“ mit ebenso abstrakten Bewegtbildern veredelt, welche teilweise schwer in treffende Worte zu fassen sind. Brennende Hoodies, ein aufrecht stehender Körper in Flammen, trippy Szenenübergänge, weite Felder mit ominösen Gestalten darauf und ein generell beklemmendes Gefühl der Rastlosigkeit. Um nicht zu viel vorwegzunehmen und sich in Beschreibungen der unzähligen aussagekräftigen Frames zu verlieren, sei Folgendes gesagt: Dissy beweist (mal wieder), dass er ein schöpferischer Tausendsassa ist, der eisern an seiner künstlerischen Vision festzuhalten scheint und nichts auf Massenkonformität und sinnlose (Schock-)Effekt-Ballerei gibt. Vor allem aber bleibt er sich seinem verqueren Schaffen treu und schafft es mit seiner bannenden Kompromisslosigkeit, einen in seinen künstlerischen Kosmos zu entführen. Es bleibt also mit Spannung abzuwarten, welche Soundwelten er auf „Bugtape Side B“ noch erforscht und erobert.
Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.
Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.