In „Spaghetti on Repeat“ singt C’est Karma von sozialer Ungerechtigkeit
Bereits seit einigen Jahren nimmt der Trend zur politischen Meinungsäußerung in der Musik zu. Ob Alli Neumann, Fatoni, Disarstar oder Nura – die Liste an Künstler:innen, die in ihren Songs auf gesellschaftspolitische Missstände aufmerksam machen, wächst stetig. Die Musiker:innen sehen Probleme in ihrer Umgebung, verarbeiten sie in Songs und versuchen die Gesellschaft in Bewegung zu bringen. Genau solch eine Stimme ist auch die Luxemburger Sängerin „C’est Karma“: Schon in ihren letzten Veröffentlichungen warf sie einen sozialkritischen Blick auf gesellschaftliche Themen und startete damit einen regelrechten Wiederbelebungsversuch der europäischen Werte. In ihrem neuen Song „Spaghetti on Repeat“ besingt die Aktivistin nun die soziale Ungerechtigkeit unserer Gesellschaft.
„Mein politisches Engagement ist immer mit meiner Kunst verbunden. Ich möchte meine Plattform nutzen, um über Themen zu sprechen, die mir sowieso auch privat am Herzen liegen. Durch meine Musik kann ich politische Messages auf den Weg bringen“, erklärt C’est Karma in einem Interview mit dem Kaput-Magazin. Mit ihrem kritischen, manchmal unbequemen Blick auf ihre Umwelt, versucht die Sängerin den gesellschaftlichen Fortschritt voranzutreiben. Denn nur wenn man Missstände anspricht und auf sie aufmerksam macht, lässt sich etwas ändern.
C’est Karma – Spaghetti on Repeat
Nach ihrer EP „Farbfilm“ und der vorab erschienenen Single „Girls“ veröffentlicht die 19-jährige Abiturientin heute ihren neuen Song „Spaghetti on Repeat“. Darin besingt sie nicht nur köstliche Pasta, sondern erzählt gleichzeitig die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter: „Der Song handelt von der Illusion des sozialen Aufstiegs und den Belastungen, denen die Schwächsten und Schutzbedürftigen in unserer kapitalistischen Gesellschaft ausgesetzt sind.“, beschreibt sie ihren Gedanken hinter der neuen Single. Dabei verbindet die Künstlerin das Bild der Spaghetti als Metapher der Strapazen und Anstrengungen, die der Mutter immer wieder begegnen: „Pull out your muscle to keep me low / Stretch me stretch me / Pull me apart“, singt sie im Refrain des Songs. Musikalisch überzeugt C’est Karma dabei mit einem waschechten Elektro-Pop, inspiriert von Künstler:innen wir SOPHIE und A.G. Cook. Mit einem durchdringlichen Bass und anfangs noch monotonen, minimalistischen Elektro-Sounds, die sich gegen Ende steigern und diversifizieren, schafft C’est Karma in „Spaghetti on Repeat“ ein anspruchsvolles und außergewöhnliches Klangbild.
Passend zum Songtitel bereitet die Sängerin in ihrem Musikvideo ein Pastagericht zu. Dabei nimmt sie uns mit auf ihren Weg in den Supermarkt, um alle nötigen Zutaten zu besorgen, die sie Zuhause zum Kochen benötigt. Sind die Nudeln dann zubereitet, setzt sich die Künstlerin an einen gedeckten Tisch in ihrem Garten uns verspeist genüsslich ihre Spaghetti, sodass man sich fast wünscht, mit ihr zusammen an dem Tisch zu sitzen und die ein oder andere Gabel Pasta zu verspeisen.
Kultur ist zugänglicher als soziologische Theorien
Mit ihrer Musik möchte sie auch die Menschen erreichen, die sich sonst vielleicht nicht so sehr für Politik interessieren. Im Kaput-Interview erzählt sie: „[…] wenn man als popkulturelle Künstlerin politisch wird, dann schafft man es, glaube ich, besser in die Mitte der Gesellschaft. Ich hoffe, dass ich irgendwann bei einem jüngeren Publikum genau solche politische Anreize erzeugen kann, wie meine Held*innen bei mir.“
Das ist ein Wunsch, der gar nicht mal so unrealistisch ist. Vor allem wenn C’est Karma diesen kritischen Blick auch in ihren zukünftigen Texten weiterhin beibehält. Es bleibt auf jeden Fall spannend, mit welchen Themen sie uns in ihren nächsten Veröffentlichungen überrascht.
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