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Emotionale Ohnmacht – Jeremias besingen in „mit mir“ betäubende Einsamkeit

Posted in: News
Tagged: Jeremias

„War noch nie so schlecht im alleine sein“ heißt es binnen der ersten zwanzig Sekunden des aktuellen Songs „mit mir“ und damit ist nicht nur die dem Song zugrundeliegende Benommenheit infolge einer entzweiten Beziehung aufgezeigt, sondern auch ein leider zeitgemäßer Kommentar verfasst. Wer die Band Jeremias aber vor dem kollektiven Veranstaltungsausfall schon live gesehen hat, der weiß, dass heute veröffentlichter Song in seinem Ursprung gänzlich ohne Einfluss aktueller Ereignisse zustande gekommen ist. Denn schon bevor wir aus Vor- und Rücksicht unsere sozialen Kontakte eingefroren haben, hat sich die Band zu Zeilen wie „Ich weiß ja nicht mal wohin mit mir“ als Quartett hinter dem Keyboard versammelt und private Gedanken in schwitzige Clubs entlassen. Auch wenn das aktuelle Release sicher nicht als Kommentar zum Jetzt geschrieben wurde, so zeigt sich die Band von der aktuellen Situation natürlich nicht unberührt und verzichtet in erster Konsequenz auf ein zugehöriges, Kontakt fordendes Musikvideo. Stattdessen können gespitzte Ohren jetzt all das hören, was Bilder vermutlich verschlungen hätten: Das Knarzen eines Hockers, den Tastenanschlag und ein Rauschen das klingt, als würden Autos am offenen Fenster vorbeifahren. „Mit Mir“ ist kurzzeitiges, emotionales Erstarren, ein bisschen nicht wahrhaben wollen und musikgewordenes Betrachten eines Scherbenhaufens, den einstige Zweisamkeit hinterlassen hat.

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