Jeremias spielen ihren Song „Ich mags“ neu auf Italienisch ein
Jeremias x Crucchi Gang? Noch eine Kollaboration wie damals mit Majan und Provinz? Naja, nicht ganz, hier handelt es sich um einen Spezialfall: Crucchi Gang ist keine Band, sondern ein Compilation-Projekt, bei dem deutschsprachige Artists ihre eigenen Songs auf Italienisch neu interpretieren. Eigentlich sind mit „Crucchis“ in Italien abwertend die Deutschen gemeint, diesen Begriff haben sie sich jetzt selbstironisch zu eigen gemacht. Hinter der Idee stecken Musikmanagerin Charlotte Goltermann und zwei Mitglieder der Band Tele: Patrick Reising und Francesco Wilking (den man auch durch Die Höchste Eisenbahn kennt). Sven Regener von Element of Crime war auch schon Gast auf der ersten Crucchi Gang-Platte, neben Künstler:innen wie Isolation Berlin, Clueso oder Thees Uhlmann.
Nun steht für den 26. Mai endlich ein zweites Crucchi Gang-Album an. Und die Köpfe hinter dem Projekt haben schon bewiesen, dass sie ganz genau am Zahn der Zeit sind, was die deutsche Indie-Szene betrifft, durch Zusammenarbeiten mit Acts wie Von Wegen Lisbeth oder Faber. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis eine gewisse Band aus Hannover sich ebenfalls probieren durfte: Jeremias. Und man muss sagen, das Italienische steht ihnen ausgesprochen gut. Sie haben sich für ihren Song „Ich mags“ entschieden, nun: „Mi piace“.
Ein perfect match
Die typisch lässige Delivery von Frontmann Jeremias Heimbach passt zur weichen Lautgestalt der italienischen Sprache wie die Faust aufs Auge – oder etwas sanfter ausgedrückt: wie der Parmesan auf die Bolognese. Und auch musikalisch hat sich die Band nicht lumpen lassen und das Arrangement des Songs nochmal deutlich aufgemotzt. Malerische Streicher und sanfte Synthesizer füllen den Mix aus, Bläser und weibliche Backing Vocals verfeinern den Refrain. Und der ohnehin schon groovige Song wird auch noch funkiger: Aus dem simplen, gedämpften Off-Beat-Rhythmus im Bass wird eine melodische Bassline, die im Refrain wild geslappt wird. Insgesamt klingt die neue Version noch sommerlicher, nostalgischer und schwelgerischer. Wem diese also besser gefällt als das deutsche Original, kann man’s wirklich nicht verübeln. Bellissimo!
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