Joko und Klaas zeigen Konzert aus dem ukrainischen Bunker
Seit 2019 spielen Joko und Klaas in der Sendung „Joko und Klaas gegen ProSieben“ um 15 Minuten Sendezeit, die sie zur Primetime von ProSieben frei gestalten dürfen. In den vergangenen Staffeln nutzten sie diese, um u.a. auf sexuelle Belästigung gegenüber Frauen und die Situation im abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos aufmerksam zu machen oder indem sie Pflegekräften eine Plattform boten.
Am Dienstagabend wurde die Auftaktfolge der fünften Staffel „Joko und Klaas gegen ProSieben“ ausgestrahlt, aus der die beiden Moderatoren erneut als Sieger und mit 15 Minuten Live-Sendezeit in der Tasche hervorgingen. Doch auch wenn Joko und Klaas für viel Quatsch und Comedy im TV bekannt sind, wurde auch diese Viertelstunde abermals mit Bedacht von den beiden genutzt.
15 Minuten für die Ukraine
„Der unbegreifliche Terror und das menschliche Leid in der Ukraine bestimmen unsere Gedanken. Und auch wenn es in dieser gewonnen Sendezeit irgendwann auch mal wieder Raum und Gelegenheit gibt für Quatsch und Ablenkung, können und wollen wir diese menschliche und zivilisatorische Tragödie, die sich nur einige wenige Hundert Kilometer von hier (…) abspielt, nicht ignorieren.“, mit diesen Worten beginnt Klaas Heufer-Umlauf die Sendung, die am gestrigen Abend der Ukraine, aber auch Selo i Ludy, einer ukrainischen Band, eine Bühne bieten soll.
Live aus dem Bunker
„Diese Bühne“, so Joko Winterscheid weiter, „steht heute etwa 1600 Kilometer entfernt, im schwer umkämpften Osten der Ukraine in Charkiw.“ – genauer gesagt in einem Bunker. Die Band sowie viele andere Menschen musste sich aufgrund des Angriffskrieges Russlands unter der Erde verschanzen. Selo i Ludy spielen dort trotz der bedrohlichen Situation weiterhin Konzerte und machen Musik.
„Es hilft einem, einfach weiterzumachen. Das ist hier in der Ukraine gerade eine oft diskutierte Frage: Was tust du, wenn du das Gefühl hast, nicht genug zu tun? Und die Leute sagen immer: Tu einfach, was du kannst, und tu es so gut wie du es kannst. Und so ist es. So werde wir gewinnen.“, erklärt Sänger Alex kurz vor dem Konzert, dass die verbleibenden Minuten ausgestrahlt wurde.
Ihr Auftritt beginnt mit einer Neuinterpretation von „It’s my life“ von Bon Jovi. Die Zeilen „It’s my life / It’s now or never / I ain’t gonna live forever / I just want to live while I’m alive” bekommen hier aufgrund der Situation eine viel gewichtigere Bedeutung.
Hoffnung trotz des Krieges
Zwischen den einzelnen Songs erklärt Sänger Alex immer wieder etwas zur aktuellen Lage – sagt aber auch, dass Selo i Ludy voller Hoffnung sind. Hoffnung, dass ihr Schlagzeuger, der mit seiner Frau fliehen musste, zurück in seine Heimat kommen kann und die Band wieder vereint ist. Hoffnung, dass die Situation besser wird und dass sie irgendwann wirklich live auf einer deutschen Bühne stehen werden.
Sänger Alex betont auch, dass der Krieg bereits acht Jahre andauere und man zum Teil schon darauf vorbereitet gewesen sein. Trotzdem gebe man sein Bestes, um zu überleben. Auf diese Worte folgen ein Cover von Rammsteins Song „Du hast“ und ein weiterer ukrainischer Song. Ganz im Gegensatz zur Situation in der Ukraine ist die Musik von Selo i Ludy fröhlich und tanzbar. Sie strahlt all das aus, was gerade in der Ukraine bitter vermisst wird.
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