K.I.Z. machen mit ihrem neuen Album sowohl dem Rap als auch dem Hass alle Ehre
Vergangenen Freitag veröffentlichten K.I.Z ihr nunmehr sechstes Studioalbum „Rap über Hass“, welches die mit Abstand unterhaltsamste und ergiebigste Promophase der Pandemie-Zeit mit sich brachte. Mit „Und das Geheimnis der unbeglichenen Bordell-Rechnung“, einer eigenen Pressekonferenz, einem Telegram-Kanal und jeder Menge verstörender Musikvideos wurden die Bundesrepubliken auf das absurde Spektakel vorbereitet, das wir auf den zwölf frisch gebackenen Songs nun erleben können.
K.I.Z – Mehr als nur ein Fan
Man war sich ja bis zum Schluss nicht sicher, ob und wie der einzigartige Humor im Zeitalter der (Political Correctness)-Kultur überhaupt ankommen wird. Kritiker:innen reiben sich beispielsweise an dem Titel „Unterfickt und geistig behindert“ wegen seiner scheinbar ableistischen Natur, inwieweit Nico und Maxim tatsächlich behindertenfeindlich texten in dem Song möchten wir an der Stelle allerdings nicht beurteilen. Fakt ist, dass die beiden dabei klingen, als hätten durch ihre unzähligen Eskapaden einige ihrer Gehirnzellen schwer darunter gelitten. Sowohl textlich als auch soundästhetisch nimmt uns der Song mit auf eine wahrlich abenteuerliche Reise durch die wirren Köpfe der beiden während einer durchzechten Nacht. „Fuck, ich komm‘ nicht mehr runter wie Rapunzel / Find’ nicht mehr aus dem Berghain, es ist zu dunkel / Mit Kokain geh‘ ich um wie mit Pizzamehl / Doch dafür ess‘ ich einfach nix, so wie Christian Bale“. Aber um den Track wirklich greifen zu können, muss man ihn hören. In dem Song ist nämlich auch ein nicht allzu kurzer Skit zu hören, der wohl am besten mit dem Wort „kernschrott“ bezeichnet werden kann.
Generell muss man sagen, dass „Rap über Hass“ mit einer produktionstechnischen Vielseitigkeit besticht die im Deutschrap ihresgleichen sucht. Das zuständige Produzentengespann (bestehend aus den Drunken Masters und dem Seyfrider höchstpersönlich) hat ganze Arbeit geleistet und die vielen verschiedenen Stilrichtungen und Einflüsse aufeinander abgeschmeckt. Besonders die Songs „Ja“, „Filmriss“ (Welcher die Aggro-Legende Tony D in der Hook hat) und das oben erwähnte Theatersstück „Unterfickt und geistig behindert“ stechen mit ihrem Sound heraus und zeigen, dass K.I.Z nach wie vor nur das machen, worauf sie Bock haben und sich keinem Zeitgeist beugen. Nicht zuletzt deswegen ist „Rap über Hass“ vielleicht genau das, was Deutschrap gerade braucht.
Unser vorläufiges Fazit: Auch nach zwanzig Jahren im Business schaffen es K.I.Z mit ihrem „Fick-deine-Mutter-Rap“ zu schockieren und anzuecken, gelernt ist eben doch gelernt. Unsere Lachmuskeln sind jedenfalls mehr als getriggert und wir können kaum erwarten, die ganzen menschenverachtenden Hassparolen auf einem K.I.Z Konzert mitzugrölen.
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