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„Kann Popmusik unpolitisch sein?“ (Spoiler: Nein) und andere Lehren aus dieser Woche

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Hallo zusammen!
 
Die letzte Woche war mal wieder ein Lehrstück in Sachen „Wie politisch ist Popmusik?“ Wobei diese Frage vielleicht doch ein wenig zu weit geht für so ein Newsletter-Intro. Fragen wir also eher: „Kann Popmusik unpolitisch sein?“ Ihr kennt ja inzwischen unsere Meinung in dieser Hinsicht: Nein, kann sie nicht. Womit wir allerdings nicht unbedingt meinen, dass sich wirklich jede Musikerin und jeder Musiker bei allen politischen Themen öffentlich positionieren muss. Aber man kann politische Dinge nun mal nicht aus seinen Konzerten raushalten. Das hat Ed Sheeran in den letzten Tagen in einer Art Crashkurs gelernt, der diesen Namen wirklich verdient. Nacherzählen müssen wir das an dieser Stelle wohl nicht mehr, aber wer es verpasst haben sollte, findet hier bei den Kolleg:innen „Der Zeit“ einen sehr guten Kommentar zum Thema von Sinem Kılıç (die übrigens auch mal für unser DIFFUS-Print-Magazin geschrieben hat).
 
Wir müssen zwar jetzt bitte nicht alle anfangen, Macklemore zu feiern (dafür hat er bei allem Aktivismus ein paar fragwürdige Dinge zu viel gesagt und getan), aber fernab von jeglicher Schadenfreude hoffen wir sehr, dass auch ein Ed Sheeran nun verstanden hat, dass ein „place of safety and sanctuary“ – was seine Konzerte nach seinem Wunsch sein sollen – mit das Politischste ist, was man sich dieser Tage auf dieser Welt wünschen kann. Gerade weil viele Menschen genau das eben nicht haben.

Stage-Dives, Moshpits und magische Momente: So war’s mit DIFFUS und Marshall im Kaiserkeller

Sieben Acts, zwei Abende und eine der legendärsten Bühnen Hamburgs: Auch in diesem Jahr haben wir gemeinsam mit Marshall den Kaiserkeller beim Reeperbahn Festival übernommen. Unter dem Motto „KEEP LIVE MUSIC ALIVE“ ging es wieder darum, neuen Artists eine Bühne zu geben – und die haben sie ordentlich genutzt. Für uns und hoffentlich auch für euch fühlte es sich jedenfalls an wie ein „place of safety and sanctuary“ und ein Platz für gute Musik. Die kam in diesem Jahr von Big Truck, Liska, Panicbaby, Yola, Carli, Beslik und Daytime TV, die wir allesamt für euch interviewt haben.

Unsere Lieblingssongs in dieser Woche

Den perfekten Song für Ende September hat uns Joy Denalane beschert: Ihr „i miss the summer already“ hittet dieser Tage einfach besonders gut. Die Kölner Newcomerin LIYO traut sich auf „leiser“ an ihrer ersten explizit politischen Song – und trifft genau den richtigen Ton aus Wut, Verzweiflung und Kampfeslust. Auch bei Thelma Malar wird es feministisch und politisch: Ihr Song „Graue Maus“ sollte man vor allem als Mann in der Musikindustrie gehört und verinnerlicht haben. Lambrini Girls bleiben ebenfalls wütend und direkt – ihr „Bang Bang Bang“ schießt den Mächtigen direkt in die Fresse. Zum Schluss noch etwas Melancholisches: Mit „First Cut City Love“ liefert Ro Bergman den Soundtrack für das Gefühl, in einer fremden Stadt kurz alles hinter sich lassen zu können.

Album der Woche: Beabadoobee – Pylon

Strommasten, Doomscrolling, endlose Tourtage und jede Menge verzerrte Gitarren: Auf ihrem neuen Album „Pylon“ entwickelt Beabadoobee ihre nostalgische Welt konsequent weiter. Bedroom-Pop rückt zunehmend in den Hintergrund, stattdessen treffen Midwest-Emo, Grunge und Dadrock auf ihre gewohnt sanfte Stimme. Dazu holt sie sich mit Hayley Williams, Brendan Yates und Chino Moreno gleich mehrere Figuren aus ihrem musikalischen Stammbaum aufs Album. Doch hinter der 90er- und 2000er-Ästhetik steckt mehr als Nostalgie: „Pylon“ erzählt von Isolation, Überforderung, ihren weniger sympathischen Seiten und dem Versuch, unterwegs trotzdem Heimat zu finden.

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