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Kein Wohlfühlalbum: Lea Porcelain und „Choirs To Heaven“

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Seit 2017 – als das Debütalbum „Hymns To The Night“ von Lea Porcelain erschienen ist – hat sich vieles getan: Die Welt drehte sich weiter und die Nacht konnte vielfach nur von drinnen aus begutachtet werden. So ist es einläutend, dass das musikalische Synth-Pop Duo nun ihren neuen Longplayer „Choirs To Heaven“ nennt. An den Himmel gerichtete verzerrte Chöre mit sphärischen Synthies findet man in der Tat, denn die elf Songs bewegen sich im ständigen Spektrum zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen der Hoffnung und der Ausweglosigkeit. 

Lea Porcelain – Choirs To Heaven

Mit „Consent of Cult“ beginnt das zweite Album der Wahlberliner Julien Bracht und Markus Nikolaus daher düster und mit den eindringlichen Worten „There is no forgiveness“ oder „Our hearts find no consent“. Dementsprechend dunkel ist auch die Instrumentierung, die Einflüsse aus Post-Punk, Indie und Grunge erkennbar macht. Doch bereits bei Anspielstation eins fällt auf, dass immer wieder auch helle Momente und klarer Gesang in die Musik durchdringen. Diese zwei gegensätzlichen Kontrastpunkte ziehen sich auch durch das Album, wobei trotzdem die vordergründige Melancholie und Trübseligkeit überwiegt. „Choirs to Heaven“ ist kein leichtes Album und fordert den:die Hörer:in emotional heraus. 

Musikalisch gesehen ist es definitiv eine Weiterentwicklung im Sound und auch die Band selbst meint, dass sie viel mit neuen Synthesizern ausprobiert haben. Man hört den Songs die diversen Einflüsse der letzten Jahre an und speziell in den Instrumentalparts zeigt sich die Detailverliebtheit in ihrer Gänze. Und auch visuell wird auf neuen Wegen gegangen – diese sind dabei aber wesentlich deutlicher zu erkennen.  

Lea Porcelain – Ohio

Am deutlichsten wird das im Musikvideo zu „Ohio“, welches musikalisch gesehen die typischte Lea Porcelain Nummer des Albums ist. Ironischerweise wird die Platte dann mit dem Song „Just A Dream“ beendet, doch selbst dabei erwacht man nicht aus der allgemeinen Verzweiflung und Hilflosigkeit, sondern trägt die Emotionen auf eine weitere geistige Ebene mit. 

Lea Porcelains „Choirs to Heaven“ besticht mit einem dramaturgischen Aufbau, der von Ambivalenzen geprägt ist und neben den klassischen, für die Band typischen Elementen auch neue Ansätze erkennen lässt. Am Ende ist die Essenz das Festhalten – und das hallt im modernen 80er-Jahre Retro Charme nach. 

Lea Porcelain Choirs To Heaven – Album

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