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Keine Musik für Trump: KünstlerInnen wehren sich gegen Nutzung ihrer Songs

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Neben Corona beherrscht auch die US-amerikanische Präsidentschaftswahl seit mehreren Monaten die Titelseiten sämtlicher Nachrichtenmagazine und lässt in Europa alle Augen auf die morgen bevorstehende Wahl schauen, in der sich Joe Biden gegen Amtsinhaber Donald Trump beweisen will. Das Trump ein umstrittener Charakter ist und in der Vergangenheit mit fragwürdigen Entscheidungen und Äußerungen viel Medienpräsenz und Feindseligkeit auf sich zog, ist schon längst keine Neuigkeit mehr. Dass so viele KünsterInnen ihm die Verwendung ihrer Musik aber innerhalb des Wahlkampfes untersagten, schon! In Amerika ist es – anderes als in Deutschland – üblich, dass während eines Wahlkampfes oft populäre Musik vor oder nach Ansprachen sowie an Parteitagen abgespielt wird, unabhängig davon, ob der Songtext der Lieder passend ist oder nicht. Auch Donald Trump bediente sich in der Vergangenheit dieser Tradition, musste in diesem Jahr allerdings mit einer Menge Gegenwind rechnen. Ob Neil Young, die Rolling Stones, Bruce Springsteen, Phil Collins, Adele, die Beatles oder Prince – von US-amerikanischen Rock-Legende über britischen KünstlerInnen bis hin zu verstorben Ikonen waren politische Gegner Trumps vermutlich noch nie so prominent wie heute. Egal in welchem Bundesstaat oder unter welchem Anlass, sobald die ersten Töne eines internationalen Hits in Zusammenhang mit dem aktuellen US-Präsidenten erklungen, hagelte es von den KünstlerInnen selbst oder deren Nachlassverwaltern im Wahlkampfbüro Trumps Beschwerden, Unterlassungsaufforderungen und sogar Klagen. Zwar zählte dieses Phänomen in der Vergangenheit schon zu bekannten Wahlkampf-Risiken, sprengte durch die Kandidatur des Republikaners in diesem Jahr aber wohl sämtliche Register. Auch wenn morgen (politische gesehen) die Musik in den USA spielt, muss Trump sich dementsprechend wohl unabhängig vom Ergebnis der Wahl auf eine relativ stille Wahlkampfparty einstellen.

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