Keine Schubladen, alle Chancen waren gleich: Bosse besingt sein persönliches Paradies
Es gibt vermutlich niemanden, der noch nicht mit diesem Gedanken gespielt hat: Wie sieht eine Welt ohne Krieg, ohne Hunger, ohne Katastrophen und ohne Ungerechtigkeit aus? Und ist das eigentlich machbar? In Aki Bosses Gedankenwelt steht diesem Vorhaben quasi nichts im Wege und so nimmt uns der Sänger in seiner jüngsten Veröffentlichung „Das Paradies“ mit auf eine Reise in eine perfekte und utopische Traumwelt. Diese hat mit unserem aktuell knietief in der Krise steckenden Planeten absolut nichts gemein. „Am Eingangstor stand Peace, komm rein und genieß“ und genau diese Einstellung zieht sich nicht nur durch den Songtext des Tracks, sondern auch durch das lebenswertere Gedankenkonstrukt, das Bosse hier vor uns aufbaut. Der Künstler geht allerdings noch einen Schritt weiter: Statt sich nur mit hypothetischen Spielereien die Zeit zu vertreiben, lässt der 40-Jährige zwischen den Zeilen gesellschaftskritische Töne anklingen. „Niemand musste dort im Mittelmeer ersaufen / Niemand schlief im Winter auf Asphalt / Ich sah nicht einen Patriarchen, der Scheiß war vorbei / Kein Bodyshaming, noch Hetze und Gewalt / Keine Schubladen, alle Chancen waren gleich.“ Dass Bosse für seine Idealvorstellung der Welt schon einige BefürworterInnen gefunden hat, offenbart uns das begleitende und im Spielertunnel des Heimatstadions des FC. St. Pauli gedrehte Musikvideo zu „Das Paradies“. Für eine Lip-Sync-Performance seines Songs lud Aki Bosse unter anderem VertreterInnen von Initiativen wie „Fridays For Future“ oder „Viva con Agua“ sowie KollegInnen wie Bela B (Die Ärzte) oder Rapper Disarstar ein, die den gebürtigen Braunschweiger zwar nicht stimmlich, dafür aber Performance-technisch und mit aussagekräftigen Hashtags unterstützen. Gemeinsam entwerfen sie eine musikalische Utopie ohne Klassen, Rassen und Geschlechtsgrenzen, die für jeden von uns erstrebenswert sein sollte.
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