Kenny Beats: „Wir müssen wieder mehr Gatekeepen“
Kenny Beats möchte, dass Künstler:innen und Produzent:innen wieder mehr Gatekeepen. Mit diesem Take sorgt der Produzent, der bereits mit Dominic Fike, Ed Sheeran oder Geese zusammengearbeitet hat, für Diskussionen. Künstler:innen und Produzent:innen sollten nicht mehr konstant verraten, wie ihre Musik entstanden ist, welche Gear sie verwendet haben oder was hinter den Kulissen eines Songs passiert. Seine Hoffnung: Musik könnte dadurch wieder eigenständiger und geheimnisvoller klingen.
Als Beispiel nennt Kenny Beats Tame Impala. Nachdem dessen charakteristischer Sound immer erfolgreicher wurde, hätten plötzlich alle wissen wollen, wie dieser genau produziert wird. Das Ergebnis seien unzählige Nachahmungen. Wer jede Effektkette, jedes Plug-in und jeden Produktionskniff öffentlich erklärt, liefert laut Kenny Beats also direkt die Bauanleitung für den nächsten Copycat-Sound.
Ganz ohne Ironie kommt der Take allerdings nicht aus: Kenny Beats gehörte lange selbst zu den offensten Produzenten der Szene. Über Streams, Tutorials und sein Format „The Cave“ ließ er Fans tief in seine Arbeitsweise blicken. Noch 2022 bezeichnete er das Vermitteln und Entmystifizieren von Musikproduktion als seine wichtigste Möglichkeit, etwas zurückzugeben. Nun scheint für ihn das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen zu sein.
In den Kommentaren kam es direkt zu einem kleinen Beef zwischen Kenny und dem US-Musiker Diplo, da dieser ihm widersprach. Kenny warf Diplo daraufhin vor, mit Suno AI zu produzieren. Von anderen bekam Kenny Beats hingegen Zuspruch, darunter Mike Dean, der in der Vergangenheit unter anderem für Travis Scott oder Kanye West produzierte.
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