Kleine Stadt, große Hits: Rin bringt den Sound des dreckigen Südens auf deine Boxen
Dass sich Rin mit jedem neuen Projekt weiterentwickelt, ist kein Geheimnis. Allein was die Qualität und den Detailreichtum der Produktionen angeht, hat der Bietigheimer Star mit „Nimmerland“ eindrucksvoll gezeigt, dass ihm niemand so leicht das Wasser reichen kann. Seine neue Single „Dirty South“ legt da allerdings sogar noch eine Schippe drauf. Sowohl Alexis Troy als auch Best-Buddy Minhtendo, die beide einen maßgeblichen Einfluss auf Rins Sound hatten, haben den kettensägenartigen Beat zu verantworten. Schätzungsweise gehen auch die vielen Video-Exklusive Gewitter-Sounds und das gesamplete ikonische“ We The Best“-Voicetag von DJ Khaled auf die Kappen der beiden Ausnahme-Producer.
Auf klanglicher Ebene könnte man den Sound-Physiker Rin also guten Gewissens als die Crème de la Crème deutschlands und vielleicht sogar der ganzen Welt, zumindest wenn man auf die unfassbar knallenden Drums steht. Und genau mit dieser Audio-Hohheitsstellung flext Rin in „Dirty South“: „Mach das Dach ab und Sorgen fliegen weg / Ihr wollt den Vibe back? Gut, dann mach ich Rap / Division füllt mein Konto wie der IMF, 5.1 DTS“.
Kleiner Funfact: DTS steht für Digital Theater Systems und bezieht sich auf eine Reihe bekannter Mehrkanal-Tonsysteme, mit denen beispielsweise der Sound in Kinos für den Endverbrauch verarbeitet wird. Ein weiteres Detail ist die Bilderbuchartige-Gitarre, die sich durch die zweite Hälfte des Songs zieht, sobald die Zeilen „Der Weg hierher kein Bilderbuch“ erklingen. Des Weiteren zitiert der Rapper aus „Pop, Lock & Drop it“, einem ikonischen Rap-Song von Huey aus 2007. Das dazugehörige Video angemessen mit Worten zu umschreiben, würde dank der mannigfaltigen Effekte und Animationen sämtliche Textrahmen sprengen, deswegen raten wir euch, einfach mal rein zu schauen und sich von Aliens entführen zu lassen, denn so viel sei gesagt: Der Clip ist vollkommen abgespaced.
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