Lana Del Rey veröffentlicht Remix mit Danzinger 99 und Amandus 99
Die Geschichte von „Say Yes To Heaven“ liest sich ja sowieso schon einigermaßen kurios. Schließlich war der Song nicht Teil ihres aktuellen Albums „Did you know that there’s a tunnel under Ocean Blvd“, sondern wurde zwei Monate nach dessen Veröffentlichung überraschend hinterhergeschoben. Damit hat niemand mehr so richtig gerechnet, denn „Say Yes To Heaven“ entstand vor über zehn Jahren und sollte ursprünglich Teil von Lanas zweitem Album „Ultraviolence“ werden. In dieser Zeit hat das Stück allerdings nichts von seinem baroquen Charme verloren, stattdessen wirkt es, wie so oft bei Lana Del Rey, gleichzeitig aus der Zeit gefallen wie auch zeitlos.
Nun hat die Königin der traurigen Pop-Musik den Song, der ja sowieso schon als Sped-Up-Version auf TikTok die Runde macht, mit einem neuen Remix-Paket nochmal befeuert. Insgesamt vier neue Versionen gibt es: von Anyma, Dot Major, Sim0ne & Melo Nada und, besonders spannend, von Amandus99 und Danzinger99.
Match Made In Heaven
Das Duo ist in der hiesigen NNDW-Landschaft vor allem als Neunundneunzig bekannt, außerdem veröffentlicht Danzinger99 noch unter seinem Alter Ego Saiya Tiaw Musik und hat gemeinsam mit Luis Ake und „regen“ schon den Sprung in die Streaming-Millionen geschafft. Die Popularität von Neunundneunzig ist erstaunlich, denn eigentlich bemüht sich das Duo nicht unbedingt um Gefälligkeit, sondern verhüllt seine Musik hinter Minimalismus und Obskurität.
Diese Stilmittel treffen auch auf die neue Collab mit Lana Del Rey zu: Zu Beginn steht die Sängerin mit ihren einleitenden Worten erstmal isoliert da. „If you dance, I’ll dance / And if you don’t, I’ll dance anyway“. Auf leisen Sohlen schleicht sich dann eine typische Neunundneunzig-Produktion an, muss mit deplatzierten Percussion-Elementen erstmal ihren Groove finden, bevor sie dann bei einem melancholischen Synth-Pop-Beat heraus kommt. Im Hintergrund erahnt man die effektierten Stimmen von Amandus und Danziger wie zwei klagende Auto-Tune-Engel. So surreal es auch ist, das zu schreiben: Neunundneunzig und Lana Del Rey – das ist ein Match. Beide Acts hüllen sich gerne ins Mysterium, bevorzugen das Vage gegenüber dem Konkreten und verstehen sich bestens darauf, Melancholie zum Genuss zu machen.
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