„L’enfer“ – Stromae über Einsamkeit und Selbstmordgedanken
Stromae ist einer dieser Jahrhundertkünstler, die in ihren musikalischen Werken Unglaubliches schaffen. Mit jedem seiner Songs hat man als Zuhörer:in das Gefühl, der Künstler erschaffe eine neue Facette seiner Musik und vereint unzählige Klangkomponenten zu einem neuartigen Mix in französischer Sprache. Erst im vergangenen Jahr hat Stromae mit dem Track „Santé“ sein Comeback nach acht-jähriger Pause gefeiert. Nun folgt mit „L’enfer“ die zweite Singleauskopplung des kommenden Albums.
Stromae – L’enfer
Nach seinem bis dato letzten Longplayer „racine carrée“ zieht sich Stromae 2015 aus gesundheitlichen Gründen mitten in einer nicht abreißenden Erfolgswelle aus dem Musikgeschäft zurück – und wurde schmerzlich vermisst. Über die Gründe seines Rückzugs handelt nun die neue Single „L’enfer“. Sie gibt Einblicke in die inneren Abgründe des Belgiers, der viel mit Einsamkeit und Mental Health Issues zu kämpfen hat und sogar schon Selbstmordgedanken hatte. Das alles verrät er im neuen Song seinen Zuhörer:innen.
Nicht alleine mit der Einsamkeit
„Ich bin nicht alleine damit, allein zu sein“ mit dieser Line beginnt er nicht nur seinen Song. Vielmehr war der Satz auch die Antwort auf eine Interviewfrage, die der Sänger im französischen Fernsehen gestellt bekam. Ob Musik ihm dabei geholfen habe, ihn von seiner Einsamkeit zu befreien – eine passendere Antwort auf diese Frage wäre wohl kaum möglich gewesen.
Doch trotz all der traurigen Offenbarungen hat der Song durch seinen Gemeinsamkeitsgedanken, der auf musikalischer Ebene durch Chöre zum Ausdruck gebracht wird, auch etwas Triumphierendes. So werden die dunklen Texte von Klavierklängen, Synth-Einsätzen und wuchtigen Beats getragen. Ergänzt wird dieser Mix außerdem mit Streichern und einem bulgarischen Stimmen.
Vielversprechender könnte der Auftakt des langersehnten, dritten Stromae Albums „Multitude“ gar nicht sein. In zwei Monaten ist es dann soweit: Am 04. März erscheint das Werk endlich.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.