Levin Goes Lightly sieht „Rot”
Ein Album nach einer „einfachen“ Farbe zu benennen klingt zunächst vielleicht einfallslos, doch hinter Levin Goes Lightlys neuer Platte „Rot“ steckt noch viel mehr. Rot ist laut eigenen Aussagen des Musikers nämlich die am stärksten durch Gefühle aufgeladene Farbe: Liebe, Verlangen, Wut, Hass – starke Emotionen, die häufig mit der Farbe assoziiert werden und auch auf Levins neuer Platte im Fokus stehen.
Levin Goes Lightly – Geschichten
Gut zwei Jahre ist es her, seitdem Levin Stadler aka Levin Goes Lightly mit „Nackt“ 2019 sein drittes und bisher letztes Album veröffentlichte. Darauf zeigte er zum ersten Mal, dass er nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Deutsch ein sprachliches Ausnahmetalent ist und ihm der Post-punkige New Wave Sound auch in seiner Muttersprache sehr gut zu Gesicht steht. Die Entscheidung zum sprachlichen Switch scheint auch nachhaltig Wirkung bei Levin hinterlassen zu haben, denn auf seiner neuen Platte „Rot“ finden sich überwiegend deutschsprachige Songs.
„Überwiegend“ ist hier übrigens auch das Zauberwort, denn zum ersten Mal veröffentlicht Levin Goes Lightly ein Album, auf dem beide Sprachen, Deutsch und Englisch vertreten sind. Dank seines feinen Gespürs dafür, wann etwas kitschig und wann poetisch und edgy klingt, bleiben Cringe-Momente aus. Stattdessen gibt es ungewöhnliche, schöne Zeilen wie diese: „Dreh ich mich und beuge mich, setz mir deinen Schuss, gib mir deinen Kuss, Liebhaber.“
Statt mit Fremdscham spielt Levin auf seinem Album mit den ganz großen Gefühlen, die – wie oben schon erwähnt – zum Teil auch als Inspiration für den Albumtitel dienten. Als seine langjährige Beziehung kurz vor dem ersten Lockdown schweren Herzens in die Brüche geht, katalysiert Levin Goes Lightly all seine Empfindungen in der Musik, die nun viel vom Alleinsein, von der Wut und der Enttäuschung erzählt – aber natürlich auch von der Liebe.
Levin Goes Lightly – Rot
ABBA goes Synth Pop
Neben bereits veröffentlichten Singles wie „Liebhaber“ oder „Flirren“ und erstklassigen, brandneuen Songs wie „Romantik“, findet sich auf „Rot“ auch ein melancholisches Cover des ABBA-Klassikers „Knowing Me, Knowing You“. Ungewohnt, doch durch die originalen Lyrics trotzdem sehr vertraut, klingt die 2021er-Version des Evergreens und beweist, dass ABBA (die ja gerade auch ihr Comeback feiern) vielleicht auch als Synth-Pop/Dark-Pop-Band mit männlichem Frontmann erfolgreich hätten werden können.
Was jedoch weniger spekulativ sein wird, ist Levin Goes Lightlys Zukunft, denn auch wenn der Musiker schon seit einigen Jahren im Indie-Kosmos unterwegs ist, haben wir das Gefühl, dass er gerade in den letzten Monaten immer mehr Menschen von seiner Musik überzeugen kann. Ein Umstand, den wir sehr begrüßen!
Levin Goes Lightly Tour – Dezember 2021 – präsentiert von DIFFUS
09.10. Winterthur – Akzent Festival
07.12. München – Milla
08.12. Nürnberg – Z-Bau
09.12. Linz – Kapu
11.12. Berlin – Schokoladen
12.12. Hamburg – Goldener Salon
13.12. Hannover – Lux
14.12. Mainz – Schon Schön
15.12. Köln – Jaki
16.12. Dresden – Ostpol
17.12. Stuttgart – Merlin
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