Madsen: „Macht die Chart-Spitze bunt und lasst sie nicht braun werden.“
Am vergangenen Freitag hat die Beinahe-Familien-Band Madsen, bestehend aus den Brüdern Sebastian, Johannes und Sascha Madsen sowie Niko Maurer, ihr neues Album „Hollywood“ veröffentlicht. Die Platte stellt die neunte LP der Punk-Rock-Band dar – und könnte Madsen zum ersten Mal auf die Chartspitze befördern. Mit ihnen Kopf an Kopf in diesem Rennen ist die Band Weimar, die im vergangenen Jahr mit ihrem Album einen Charterfolg erzielt hat. Nachdem aus Recherchen des „Spiegel“ hervorging, dass die maskierten Musiker, die hinter Weimar stecken, Verbindungen zur Neonazi-Szene haben, beendete ihr damaliges Label Universal die Zusammenarbeit.
Kopf an Kopf rennen
Nun veröffentlichten Weimar das selbe Album letzten Freitag auf eigene Faust nochmal, um zu demonstrieren, dass sie es auch ohne das große Label ganz nach oben an die Spitze schaffen. Ein Szenario, das Madsen, auch unabhängig von eigener Promo, unbedingt verhindern wollen: „Macht die Chart-Spitze bunt und lasst sie nicht braun werden“, schreiben sie unter ihrem Instagram Post:
Neuntes Studioalbum
Aber genug von Weimar, denen man sowieso keine Plattform bieten sollte, und hin zum neuen Album von Madsen: Wie klingt das eigentlich? „Hollywood“ zeigt Madsen in gewohnt Punk-Rockiger Manier, lässt aber auch öfter mal poppige Momente zu. Eröffnet wird die Platte mit dem Song „Ein bisschen Lärm“, der mit seinem eingängigen Gitarrenriff und dem Geschrei quasi eine literarische Einladung zu dem ist, was uns auf den zehn folgenden Songs erwartet: „Guten Tag, meine Damen und Herren / Sind Sie bereit für ein bisschen Lärm / Dann lad‘ ich Sie ganz herzlich ein / Sich heute, hier und jetzt einfach mal frei zu schreien.“
Der Song „Das Beste von mir“ ist eine solche eher poppige Nummer, die fast schon ein bisschen kitschig sein könnte, wenn da nicht die Drums und die schrammenden Gitarren wären, die alles ein wenig entzerren. Der Song wirkt auf den ersten Blick, wie ein Liebeslied. Die Band erklärt aber, dass sie es eher unter dem Gesichtspunkt des Zusammenhalts der Band geschrieben haben. Und so wird aus der vermeintlichen Pop-Rockigen Liebesballade durch diesen Blickwinkel plötzlich eine Freundschaftshymne.
So könnte euer Antrag klingen
Mit „Heirate Mich“ liefert die Platte den ultimativen Song für einen Heiratsantrag. „Heut ist ein perfekter Tag / denk nicht nach, sag einfach ja / und heirate mich, heirate mich / du sagst, ich bin / nicht mehr ganz dicht / doch ich weiß genau, ich will nur dich / komm heirate mich, heirate mich“. Sie schrecken aber auch nicht vor gesellschaftlichen Themen zurück. So handelt der titelgebende Song „Hollywood“ von einem Jungen, der am Randgebiet aufwächst, nicht dazugehört und sich erträumt, ein Superheld zu sein. Sie schließen das Album mit der ehrlichen Rock-Nummer „Wir haben immer noch die Sonne“, die mit einem dystopischen Optimismus davon handelt, dass die Welt auseinanderfällt, die Sonne aber trotzdem irgendwie jeden Morgen aufgeht – ein schöner Abschluss zu diesem vielfältigen Album.
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