Maeckes nimmt uns auf “1234” mit in die Welt der einfachen Erklärungen
Auf simple Zahlenreihenfolgen im Refrain haben Rammstein oder Oomph schon in den Zweitausendern gesetzt und nun reiht sich auch Mackes hier erfolgreich ein. In „1234“ geht es um die Komplexitätsreduktion, wie sie Verschwörungstheorien schon seit Jahren bieten und die nun im Zuge der Pandemie einen neuerlichen Hype und Präsenz erfahren haben. Maeckes treibt die Lächerlichkeit mancher Theorien – siehe Reptiloide – nun auf die Spitze, indem er sich selbst zu einer macht.
Im Video können wir durch die Augen des „größten Fans“ oder besser gesagt seinem Doppelgänger zusehen, wie dieser der Verschwörung auf die Schliche kommt und dann einen sehr brutalen Entschluss fasst. Es endet mit Maeckes Tod, aber auch mit dem Resultat der absoluten Gleichgültigkeit dem gegenüber. Die Wahrheit ist nämlich, dass Maeckes Schuld an der Pandemie trägt, da er bereits 2016 Mundschutzmasken in die „TILT“-Box integrierte und von seinem Songtext zu „Betrunkene Kinder“ wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst anfangen zu schreiben. Bei dieser Detailtreue kommt die Frage auf, ob der Künstler selbst so tief in seiner Biografie gegraben hat oder ob es jene Verschwörungstheorie eigentlich wirklich schon gibt?
Maeckes – 1234
Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist, dass das neue Musikvideo zu „1234“, welches Maeckes gemeinsam mit Philipp Käßbohrer (bildundtonfabrik) konzipiert hat, allerhand popkulturelle Referenzen enthält. Katja Krasavice findet da genauso Platz wie die Twitter Sperre von Donald Trump nach dem Sturm aufs Kapitol oder Thomas Gottschalk beim Blackfacing als Jimi Hendrix. Wahnsinnig gespannt sind einige Fans auch auf ein klassisches Reaktionsvideo von Rapper Fler, der hier sehr wahrscheinlich unfreiwillig den ein oder anderen digitalen Gastauftritt hat. Das komplette Video zur ganzen Verschwörungstheorie rund um Maeckes hat es leider bis dato nicht auf YouTube geschafft, aber dafür gibt es den ominösen Doppelgänger Christoph auf Instagram zu finden.
Ende der Soloalbum-Trilogie mit „POOL“
Für das neue Album „POOL“ hat Maeckes nun die letzten 3 Jahre gearbeitet und nach zahlreichen verworfenen Skizzen kann man sich auf 10 neue Songs freuen. Auf der neuen Platte wird Maeckes ein Becken voller Sehnsüchte und Abgründe offenlegen und dadurch findet auch die Solo-Trilogie „KIDS“ – TILT“ mit „POOL“ nun auch ein Ende. Die neue Platte wurde als das versöhnlichste Maeckes Album bisher angekündigt, da es ein Ankommen ist, oder zumindest das Akzeptieren davon, dass man musikalisch nie ankommen wird oder es ja bereits eigentlich ist.
Einmal mehr zeigt Maeckes mit dem Song „1234“, dass er der König des Subtextes ist und politische Statements gekonnt auf einem Dreiminüter verpacken kann und wir brauchen davon dringend mehr.
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