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Megaloh und Gringo rappen in „Für uns“ über soziale Ungleichheit in Wohnblöcken deutscher Großstädte

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Gerade in Großstädten wie Berlin gibt es Wohnviertel, in denen das Prinzip „Gleichberechtigung“ schlichtweg nicht gegeben ist. Viele Kinder und Jugendliche, die in solchen Blocks aufwachsen, sehen keinen anderen Ausweg aus dieser scheinbar aussichtslosen Situation, als auf die Straße zu gehen und „Päckchen zu ticken“. Diese Realität, die vor einigen Jahren noch auf keiner Agenda der Medien zu finden war und von Land und Regierung auch eher zu verschweigen versucht wurde, bekommen wir heutzutage von Rappern vor Augen geführt, die selbst aus solchen Verhältnissen stammen. Allen voran Megaloh aus Berlin-Moabit versucht seit nunmehr über 20 Jahren, mit seiner Musik auf soziale Ungleichheit in Deutschland aufmerksam zu machen. Zuletzt lieferte er in dem Track „Zombiemodus“ pointierte Zeilen über unser Gesellschaftssystem, die gleichermaßen schmerzhaft wie wahr sind. Für seine neue Single „Auf uns“ kehrt er nun zumindest gedanklich in den Block seiner Kindheit und Jugend zurück und holt sich dazu seinen Kollegen Gringo mit ins Boot, der in ähnlichen Verhältnissen in Neukölln aufgewachsen ist. „Jagen, überleben, Pflicht für uns / Kafa lesh, rauch‘ ein’n auf uns / Politik nicht gut für uns / Öffne meine Hände, Pflicht für uns / Nummer-eins-Singles Pflicht für uns / Rache nehm’n, das ist Pflicht für uns“ so der 4 Blocks-Star über eine Lebensrealität, dass es nicht nur in Serien zu geben scheint. Auch Megaloh rappt auf dem von Ghanaian Stallion produzierten Beat über ganz ähnliche Erlebnisse: „Im Grab schweigen, auf Gesetze pfeifen / Den Tag meiden, durch die Nächte streifen / Hart bleiben, keine Schwäche zeigen / Ihr könnt nicht erwarten, dass uns Reste reichen“. Die beiden Rapper geben mit „Für uns“ nun auch den letzten hinterdörflichen AfD-Wählern zu verstehen, dass Kriminalität nicht etwa auf Hautfarbe oder Herkunft, sondern viel eher auf ungleiche Lebensverhältnisse zurückzuführen ist.

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