Megaloh wird mit „TOMG“ vom Rapper zum Industrieprodukt
Megaloh ist ein absoluter Veteran der deutschen Rapszene. Ohne sich von neuen Trends beirren zu lassen, veröffentlicht er seit Jahren zuverlässig ein starkes Projekt nach dem anderen. Zuletzt war das im vergangenen Jahr „21“, auf dem sich Megaloh einige befreundete Künstler:innen an die Seite holte. Eine Verschnaufpause? Gibt es nicht. Denn Megaloh meldet sich schon jetzt mit seiner neuen Single „TOMG“ zurück – selbstverständlich streaming-optimiert und bereit, in die großen Rap-Playlists dieser Nation einzureiten.
Megaloh – TOMG
Megaloh hat lange Zeit wie ein Fels in der Brandung den ständigen Wellen von neuen, kurzlebigen Hypes und Trends standgehalten. Das soll nicht heißen, dass er musikalisch stagnieren würde – im Gegenteil: Megaloh ist sich nie zu schade für Ausflüge in neue Richtungen, wie er zum Beispiel mit der legendären „Herb & Mango“-EP mit Trettmann und KitschKrieg bewiesen hat. Aber er spielt eben nach seinen eigenen Spielregeln und passt sich nicht an die Musikindustrie an. Bis jetzt.
Die Marke Megaloh
Die neue Single „TOMG“ (kurz für „top of my game“) startet im Kreativ-Brainstorming mit einer Runde von superhippen Marketing-Menschen an einem Flipchart. Agenda-Punkt Nummer 1: Die Marke Megaloh soll die Charts stürmen und die ganz großen Erfolge reinholen. Es werden inhaltslose Branchen-Begriffe hin und her gebounced, es geht um „personality Transfer“ und „like optimizing“. Der Künstler sitzt dabei selbst am Kopfende und langweilt sich zu Tode vom munteren Gequassel seines Hofstaats. Es werden diverse Albumtitel und Merch-Produkte gepitcht und irgendwann ist Schluss: Megaloh tagträumt sich davon und zeigt den Industrie-Visagen seine Vorstellung von „Top of my game“.
Ein neuer Anwärter für den A$AP Mob
Und hier ist die Hauptsache: Spaß haben und die Muskeln spielen lassen. Mühelos gleitet der Rapper aus Moabit über den trappigen Beat, den er sogar selbst produziert hat. Mit seinen laid-back Flows und der pointierten Betonung erinnert Megaloh hier an internationale Größen wie Skepta und könnte glatt einen Part auf den „Cozy Tapes“ des A$AP Mobs kicken. Mit psychedelischem Bounce im Rücken lässt Megaloh tiefsinnige Lyrik links liegen und flext, was das Zeug hält: „Ich bin on top of my game / Ich kann nicht stoppen, nicht steh’n / Ich kenn nur Hustle und Pain / Ich kenn nur Muscle und Gain“.
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