Melodischer Country-Folk: Laura-Mary Carter zwischen Einsamkeit und Romantik
Wem der Name Laura-Mary Carter ein Begriff ist, der wundert sich beim Anhören ihres brandneuen Minialbums wahrscheinlich über die melancholischen, country-angehauchten Folk-Rock Songs. Eigentlich ist sie nämlich bekannt als Hälfte des Duos Blood Red Shoes und steht damit eher für intensiven, lauten Alternative-Rock.
Doch nun startet die Britin nebenbei eine Solokarriere und findet sich soundtechnisch in wesentlich gedämpfteren, nostalgischen Gefilden wieder. Überwiegend auf ihre Akustikgitarre reduziert, kehrt bei Carter nicht nur musikalisch, sondern auch auf Textebene Ruhe ein.
Schon seit jeher hat Laura-Mary Carter einen tiefsitzenden Drang nach Freiheit, möchte sich nirgends niederlassen und immer auf Reisen sein. Mit zahlreichen Konzerten auf der ganzen Welt konnte sie dieser Sehnsucht mit Blood Red Shoes lange nachgehen. Doch nun wurde es für sie Zeit, auf ihr Inneres zu hören und ruhiger zu werden. Das ist jedoch noch lange kein Grund, um sesshaft zu werden, im Gegenteil. Vielmehr beschließt Carter zwar, sich die Zeit zu nehmen, Dinge aufzuarbeiten – aber sie tut das in ihrer Musik und auf den zahlreichen Reisen, auf die es sie immer wieder zieht.
Laura-Mary Carter – Town Called Nothing
So kam Laura-May Carter in eine „Town Called Nothing“, die sie zu ihrer Debütsingle inspirierte. „Es geht darum, an diesen emotionalen Ort zurückzukehren, auch wenn man weiß, dass er leer ist. Aber man fühlt sich trotzdem gezwungen, dorthin zurückzukehren.“ Hinter dem Track steht eine berührende Geschichte: Eine Wahrsagerin hatte Carter die Karten gelegt und ihr mit auf den Weg gegeben, dass sie ihr Herz in Arizona finden würde. Gleich am nächsten Morgen ist Carter also mit einem Wagen dorthin aufgebrochen – und hat ihre Liebe zu verlassenen Orten entdeckt.
Das Musikvideo zum Song zeigt die Sängerin auf eben dieser Reise nach „Nothing“ und zeigt einen sehr erdenden Roadtrip, der eine Menge Nostalgie versprüht. Erst kürzlich hat Carter auch ihr gleichnamiges Mini-Debütalbum „Town Called Nothing“ veröffentlicht, auf dem es ebenso melancholisch und country-verliebt weitergeht.
So erhält man auf Songs wie „Blue Is Not My Favorite Colour” oder „Signs” einen Blick auf die alte, weise Seele, die in Laura-Mary Carter steckt. Ihre Besessenheit von verlassenen Städten führt zu einer Romantisierung der Einsamkeit – denn in gewisser Weise sind die ausgestorbenen Städte ein Pendant zu dem Außenseitertum und dem Alleinsein, das sie im Inneren fühlt.
Hört hier rein ins Minialbum „Town Called Nothing“:
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