Mia Morgan macht ein Märchen zu Dark Romance
Mia Morgan hat für ihre Musik längst einen eigenen Namen gefunden: Gruftpop. Die Musikerin aus Kassel verbindet eingängige Melodien mit Gothic-Ästhetik und Texten, in denen Liebe selten eine harmlose Angelegenheit ist. Auf ihrem zweiten Album „silber“ rückten Alternative Rock und Nu Metal stärker in den Vordergrund. Mit „Biss für Biss“ geht sie diesen Weg weiter und klingt noch härter als zuvor.
Das Video führt auf einen abgelegenen Bauernhof, auf dem eine Gruppe Frauen mit Ziegen und Pferden lebt. Im Stall halten sie einen Mann gefangen. Zunächst bleibt offen, warum er dort eingesperrt ist. Erst als ihm die Flucht gelingt, zeigt sich, dass von ihm eine Gefahr ausgeht: Der Mann ist ein Vampir. Mia Morgan greift zum Gewehr und verfolgt ihn bis in den Wald. Robin Hückstädt und Morgan erzählen die Geschichte als blutrotes Märchen, das mit Bildern aus Horror, Vampirfilmen und Dark Romance spielt. Der Gefangene findet offenbar Gefallen an seiner Lage, und Morgan scheint ebenfalls nicht von ihm loszukommen.
Diese widersprüchliche Anziehung steckt auch in „Biss für Biss“. Wenn Morgan fragt „Weißt du, was Liebe ist?“ und sie mit einem „Tumor in der Brust“ vergleicht, ist klar, dass dieses Gefühl hier ebenso schmerzhaft wie hartnäckig ist. Im Refrain fordert sie ihr Gegenüber auf, die Zähne zu zeigen. Das Video nimmt dieses Bild beim Wort: Der Vampir macht das Verlangen und die gegenseitige Abhängigkeit sichtbar, von denen der Song erzählt. Dazu treffen Morgans Melodien auf schwere Gitarren und einen Sound, der sich deutlich in Richtung Industrial Metal bewegt.
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