Mit Aperol und Wortspielen im Gepäck: Ski Aggu feiert auf „Ghetto Tekkno“
Was ist eigentlich der Soundtrack, wenn Chef-Atze und Rave-Rapper Ski Aggu wieder durch die Discounter streift und im Anschluss bepackt mit Secco, Aperol und Berliner Luft die Nächte durchfeiert? Laut seinem neuen Song fällt die Wahl ganz eindeutig auf „Ghetto Tekkno“.
Vorneweg eine kleine Geschichtsstunde: Ghetto Techno entstand in den 90er Jahren in Detroit, wo sich ja bekanntlich sowieso die Wiege der elektronischen Tanzmusik befindet. Hier mischte man bereits vorhandene Dance-Stile wie Techno, House und Garage mit explizitem Sprechgesang aus dem Hip-Hop – zack, waren versaute Hits wie „Sex on the beach“ oder „Ass-N-Titties“ geboren. Heute erfreut sich das Schmuddel-Genre neuer Popularität, wie die Beliebtheit von DJs und Produzenten wie Partiboi 69 und MCR-T demonstriert. Auch der Newcomer Ski Aggu greift beim Anbruch der Nacht gerne zu „Ghetto Tekkno“, wenn man seinem neuen Song mit Producer Endzone Glauben schenken darf.
Ghetto Tekkno oder Jersey Club?
Dabei klingt die neue Single ironischerweise gar nicht so sehr nach ihrem Namensgeber, sondern viel eher nach einem anderen Trend-Sound: Jersey Club. Lil Uzi Vert hat mit dem Überhit „Just Wanna Rock“ einen Hype losgetreten, der zunehmend seine Spuren hinterlässt, das klingt sofort durch, sobald hier die spacigen Synthesizer und pumpenden Kicks starten. Auf nicht einmal zwei Minuten Spielzeit rappt sich Aggu durch seine Einkaufsliste beim Billig-Discounter seines Vertrauens, natürlich wie gewohnt gespickt mit Wortspielen: „Ronaldo, bin schon wieder Todes Suff / Ich spreche nicht von Atmen, wenn ich sag’ ich hole Luft“. Wenn das vorherige Songs wie „Party Sahne“ oder „Tour de Berlin“ nicht schon längst illustriert haben, ist „Ghetto Tekkno“ die endgültige Bekenntnis: Ski Aggu ist ein feierwütiger Tu-nicht-gut und Lebemann, von dem wir uns alle in Sachen Hedonismus noch einiges abgucken können.
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