Mit Pegel durch die Feiertage: Teuterekordz feiern „Vodka Weihnachten“
Der Prenzlauer Berg in Berlin – Ein Stadtteil, der nach gefühlter Wahrnehmung mehr Kinderwägen als Einwohner:innen beherbergt. Hier leben in trautem Glück und unbehelligter Idylle viele junge Familien – und dann sind da noch die Jungs von Teuterekordz. Die Crew besteht aus den Rappern Lucky, Modus, Beko, Sechser, Dispo und Eddy, die allesamt rundum den Teutoburger Platz aufgewachsen sind – Zentraler Hotspot und Namensgeber für die Gruppe. Seit nunmehr zwei Jahren machen sie gemeinsam den Berliner Hip Hop-Untergrund unsicher und präsentieren einen hedonistischen Gegenentwurf zum behüteten Alltag im Prenzlberg. Ihre Musik ist geladen und kennt nur eine Richtung: Nach vorne. Die Inspiration kommt dabei gleichermaßen aus dem Trap der Südstaaten, Breakdance-tauglichem Elektro und durchwachten Wochenenden im Raver-Mekka Berlin. Mit diesem Sound haben Teuterekordz bereits drei Projekte an den Start gebracht und sich schnell einen Ruf als unermüdliche Draufmacher erarbeitet.
Mit diesem Lifestyle fällt natürlich auch das Weihnachtsfest ein bisschen anders aus als bei den zugezogenen Schwaben von nebenan. Wie, das verraten uns Teuterekordz mit ihrer neuen Single: „Vodka Weihnachten“.
Teuterekordz – Vodka Weihnachten
Wenn man einen neuen Teute-Song anklickt, weiß man nie so recht, was man bekommen wird. Wenn man sich im Fall von „Vodka Weihnachten“ entscheidet, diese Büchse der Pandora zu öffnen, schlägt einem direkt ein Schwall von spukigem Drill-Sound entgegen. Der Piano-Beat klingt mehr nach Halloween als nach Weihnachten, aber die Besinnlichkeit bringen die Jungs natürlich wie immer mit ihren Texten: „Mit dem Christentum/ Hab’ ich nichts zu tun/ Noch nie an Gott geglaubt/ Mach den Vodka auf“. Im DIY-Streetvideo kicken die Jungs nihilistische Bars wie diese und geben uns einen Einblick in ihre Pläne während der Feiertage: „Die beste Zeit des Jahres/ Ist zwischen Weihnachten und Silvester/ Denn da sind alle Touristen zuhause/ Male mit Lucky entspannt eine S-Bahn“, rappt Beko in seinem Part.
Sprayen, saufen und dazwischen noch Geschenke für Oma besorgen – die Jungs von Teuterekordz verbindet ein Hang zur Eskalation, aber manchmal muss man eben auch gute Manieren an den Tag legen. Im Video machen die Rapper ihren Texten entsprechend alle Ehre: Man hängt auf dem Weihnachtsmarkt, fackelt mehr oder weniger legal erworbene Tannenbäume ab und hinterlässt seine Tags in einer Gegend, die an Weihnachten von der Gentrifizierungs-Hölle zur leergefegten Spielwiese wird.
Wenn ihr noch mehr zu Teuterekordz wissen möchtet, schaut in unsere Doku mit den Jungs rein. Für eine Folge DIFFUS Untergrund hat Miriam die Crew in ihrem Heimatbezirk getroffen, um über ihre Anfänge im Rap und ihr Aufwachsen im Prenzlauer Berg zu sprechen.
Unterwegs mit Teuterekordz: Miriam trifft die Crew im Prenzlauer Berg
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.