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Musikerinnen reagieren auf Gerichtsurteil gegen Abtreibung

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„Dieser Song ist den Richterinnen Samuel Alito, Clarence Thomas, Neil Gorsuch, Amy Coney Barrett und Brett Kavanaugh gewidment. Wir hassen euch!“ Wenn eine junge Popsängerin wie Olivia Rodrigo, die eigentlich gerade „everybody’s darling“ ist, so harte Worte findet, merkt man schon, dass es hier um ein Thema geht, dass viele Menschen bis ins Mark erschüttert. Rodrigo wählte diese Ansprache am Wochenende beim britischen Glastonbury Festival und nahm damit Bezug auf eine folgenreiche Urteilsverkündung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigen Staaten, die am Freitag publik wurde. Rodrigo tat dies, nachdem sie ihr Idol Lily Allen auf die Bühne holte, um mit ihr den Allen-Hit „Fuck You“ zu spielen.

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Aufhebung des Grundsatzurteils im Fall „Roe v. Wade“

Der Hintergrund dieser Reaktion ist die Entscheidung des Supreme Courts der Vereinigten Staaten vom vergangenen Freitag, die de fakto das landesweite Recht auf Abtreibung gekippt hat. Dieses galt fast 50 Jahre lang und beruhte auf einem Grundsatzurteil im Fall „Roe v. Wade“ im Jahr 1973. Damals leitete das Gericht ein bundesweites Recht auf Abtreibung aus dem Recht von Frauen auf Privatsphäre ab. Diese Entscheidung war in den Folgejahren mehrmals bestätigt worden. Die von Rodrigo genannten Richter zählen zum ultrakonservativen Flügel der Republikaner, der dank Donald Trumps Bestrebungen auf viele Jahre die Mehrheit im Supreme Court haben wird. Vor allem liberale und demokratische Kräfte befürchten bereits, dass diese Mehrheit in Zukunft auch für andere ideologische Entscheidungen genutzt werden könnte – zum Beispiel beim Thema „Gleichgeschlechtliche Ehe“. Der Supreme Court ermächtigt mit seiner Entscheidung die einzelnen Bundesstaaten, über das Thema Abtreibung befinden zu können – was zur Folge hat, dass vor allem die republikanisch geführten Staaten sehr harte Anti-Abtreibung-Gesetze einführten oder das in den nächsten Tagen tun werden.

Amanda Palmer: „Die Ära der verängstigten Männer wird – muss – eines Tages zu Ende gehen!“

Auch die Sängerin, Autorin, Aktivistin uns Songwriterin Amanda Palmer schrieb ein betroffenes, wütendes, aber kämpferisches Statement. Palmer, die zuerst als Teil der Dresden Dolls bekannt wurde, hat eine sehr persönliche Verbindung zu dem Thema und schrieb mit „Oasis“ und „Voicemail For Jail“ bereits sehr intensive Lieder über Abtreibungen. Bei Facebook schreibt sie: „Ich sprach auf der Bühne immer wieder über meine drei Abtreibungen, riss jeden Abend die Wunden auf und fühlte mich damit nicht nur von der linken und rechten Seite bestraft, sondern auch von den Menschen, die mir nahestanden und denen das, was ich tat und sagte, zu unangenehm war. Ich habe ‚Oasis‘ geschrieben. Ich habe ‚Voicemail For Jill‘ geschrieben. Ich habe Videos gemacht. Ich habe Menschen interviewt. Ich habe Geld gesammelt. Ich habe Geld gespendet. Ich habe Interviews gegeben. Ich habe hunderte von Petitionen unterschrieben. Ich habe die Einleitung für das buch ‚Post-Roe America‘ von Robin Marty geschrieben. Ich habe demonstriert. Was hätten wir denn sonst noch tun können?“ Aber Palmer gibt sich kämpferisch. Obwohl Amerika auf der ganzen Welt Mitleid und Entsetzen ernte, sagt sie: „Dennoch hoffe ich, dass dieses Urteil nur Todesröcheln der Ewiggestrigen ist. Unter einer ominösen Wolke wie dieser, erhebt sich immer eine Schwesternschaft. Die Ära der verängstigten Männer wird – muss – eines Tages zu Ende gehen. Vielleicht nicht zu meinen Lebzeiten. Aber ich werde nie aufhören zu kämpfen.“

Phoebe Bridgers: „Fuck the Supreme Court!“

Auch Phoebe Bridgers nutzte die Bühne auf dem Glastonbury, um ihrem Frust Luft zu machen. Während ihres Gigs stimmte sie einen „Fuck the Supreme Court!“-Gesang an und disste den Supreme Court. „Fuck this shit, fuck America! All these irrelevant old motherfuckers telling us to do with our bodies. Ugh!“ Phoebe Bridgers war ebenfalls sehr aktiv und teilte schon im Mai, als sich abzeichnete, dass diese Entscheidung kommen könnte, ihre Erfahrungen mit einer Abtreibung.

Auch Billie Eilish, Alicia Keys, Lizzo, Taylor Swift äußern sich

Billie Eilish sagte bei ihrem Headlining-Gig auf dem Glastonbury vor ihrem Song „Your Power“ etwas zur Entscheidung. „Heute ist ein sehr sehr dunkler Tag für Frauen in den U.S.A.“ In dem dem Lied geht es um das manipulative Verhalten älterer, mächtiger Männer – was ja leider perfekt zum Thema passt. Auch viele weitere sehr große Künstlerinnen positionierten sich klar auf Seiten der Befürworter:innen eines liberalen Abtreibungsgesetzes. Zum Beispiel Alicia Keys, Taylor Swift, Charli XCX und Lizzo, die ihre Tournee nutzen wird, um Spenden für „Planned Parenthood“ zu sammeln – eine amerikanische Non-Profit-Organisation, die in über 650 Kliniken in den Vereinigten Staaten Beratung und medizinische Dienste anbietet.

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