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Musikvideo und Doku von Get Jealous: Otto akzeptiert die eigene Genderidentität

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„Ich verstehe, dass ihr das nicht versteht, weil ich es erst auch nicht verstanden habe, aber ich weiß, dass sich das richtig anfühlt“. Mit diesen Worten eröffnet Otto das neue Musikvideo der niederländischen Punkrock-Band Get Jealous. Bevor überhaupt eine einzige Gitarre angespielt oder ein Schlagzeug zerhämmert wird, spricht Otto in den folgenden zwei Minuten darüber wie es ist, sich mit dem angeborenen Geschlecht nicht wohl zu fühlen – und wie Otto selbst damit umgeht.

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Get Jealous sind ein Punk-Trio aus den Niederlanden und machen in letzter Zeit ordentlich Welle in der Szene. Ihre Musik ist direkt, ehrlich, rau, mit genügend Sinn für Melodie um in den klingelnden Ohren catchy Hooks wie „I wanna be a Skater!“ zu hinterlassen. Bisher haben Get Jealous diverse Singles und zwei EPs veröffentlicht – die letzte 2021. Hier findet sich auch schon der Song „Boy Like You“, zu dem die Band allerdings erst jetzt, eineinhalb Jahre nach ursprünglicher Veröffentlichung ein Musikvideo liefert. Da stellt sich natürlich unweigerlich die simple Frage: Warum?

Die Antwort auf diese einfache Frage ist wiederum etwas komplizierter. Damals, als „Boy Like You“ ursprünglich erschien, wurde Otto, zuständig für Gesang und Gitarre bei Get Jealous, von vielen noch als Frau gelesen. Nach der Veröffentlichung änderte sich dieser Umstand allerdings: Hat Otto in der Vergangenheit noch mehr oder weniger darüber hinweg sehen, mit weiblichen Pronomen oder dem eigentlich abgelegten, weiblichen Vornamen angesprochen zu werden, wurden genau solche Fälle immer mehr zur inneren Qual. Durch den Versuch, aus diesem Unwohlsein auszubrechen, bekommt „Boy Like You“ eine neue Ebene, die im neuen Musikvideo umfangreich aufgearbeitet wird.

Musik braucht kein Gender

Für die ersten zwei Minuten sehen wir nämlich eine Mini-Doku über Ottos Weg, die Reaktionen aus dem Umfeld, aber vor allem die innere Gefühlswelt während diesem komplizierten Prozess. In klaren, verständlichen Worten erklärt Otto die Gedanken und Emotionen, die damit einhergehen, wenn man sich mit dem eigenen Körper nicht identifizieren kann: „Wenn ich Klamotten kaufe, kaufe ich nie dünne Stoffe, weil die meine Kurven zu sehr betonen“. Am Ende dieser Gedankengänge steht keine endgültige Erkenntnis: „Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Junge sein kann wie du. Ich weiß nicht, ob ich jemals sein kann, was ich möchte“. Cut. Otto und Band gehen auf die Bühne und tun, was sie am besten können: Abreißen! Und so kompliziert die gesamte Thematik auch sein mag, demonstriert „Boy Like You“ ganz nebenbei, was sowieso klar sein sollte: Musik braucht kein Gender.

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