Mustafa kündigt mit „Ali“ sein Debütalbum an und widmet den Song einem Freund
Als Spokenword-Künstler erlangte Mustafa the Poet schon in seinen Teenagerjahren große Bekanntheit. Aufgewachsen zwischen Gang-Kriegen im Regent Park in Toronto als Kind sudanesischer Eltern schrieb er seit Beginn an Texte über Armut und Straßengewalt. Mit 23 Jahren kann Mustafa bereits auch auf einen kleinen Ausflug in die Politik als Berater zurückblicken. Doch seit dem letzten Jahr gab es die ersten Anzeichen dafür, dass er seine Botschaften in Zukunft lieber in Songs stecken möchte.
Nach zahlreichen Beteiligungen als Songwriter für unter anderem The Weekend erzählt Mustafa nun seine eigenen Geschichten in Form einer Solokarriere. Er selbst gibt sich dabei bescheiden und bezeichnet sich selbst als Chronist seiner Community: „Mein ganzes Schicksal, seit ich jung war, dreht sich um den Schutz und die Bewahrung der Geschichten meiner Gemeinschaft. Das ist der Grund, warum ich angefangen habe, Gedichte zu schreiben. Ich frage mich, wie ich die Geschichten bewahren kann, die derzeit nicht authentisch erzählt werden.“
Dieser Frage geht er nun auf seinem Debütalbum „When Smoke Rises“ in acht Songs nach. Das Projekt, welches Ende Mai erscheinen wird, ist eine Hommage an die Hip-Hop-Szene im Regent Park. Nicht nur der Titel spielt an einen für Mustafa sehr wichtigen MC an, sondern auch bekannte Gesichter aus seinem Dokumentarfilm „Remeber Me“ werden auf dem Longplayer vertreten sein.
Mustafa – Ali
Verlust soll das zentrale Thema des Albums sein und das zeigt er mit der neuen Single „Ali“ eindeutig. Die sanfte Gitarrenmelodie schafft ein versöhnliches Ambiente und die minimalistische Folk-Produktion gibt dem Text und der charakteristisch zärtlichen Stimme genug Raum, um sich auszubreiten und ihre volle emotionale Wirkung zu entfalten. Mustafa baut mit seiner Verletzlichkeit Nähe zu den Hörer:innen auf und verleiht durch das Musikvideo, in dem er selbst Regie geführt hat, den sorgsam gewählten Wörtern noch mehr Gewicht.
Die Bilder sprechen für sich und machen den Verlust eindeutig. „Alle Todesfälle, die ich erlebt habe, habe ich durch die zeitlichen Zwänge der Trauer erlebt. Speziell für junge Schwarze in innerstädtischen Gemeinden, die im Krieg mit dem Staat oder im Krieg mit sich selbst sterben, wollte ich diese Abschiede verschönern. Denn keiner dieser Abschiede wurde für mich schön gemacht.“
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