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Nach dem Oasis-VVK ist vor dem Nürnberg Pop

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Hallo zusammen!

Na, habt ihr alle eure Oasis-Tickets bekommen? In unserem Feed gab in den letzten Tagen musiktechnisch gefühlt nur dieses eine Thema. Warten auf Bestellcodes, Enttäuschung, wenn die nicht kommen, erst verzweifelte, dann oft erleichterte Memes, und am Ende natürlich das siegessichere Flexen, wenn man Tickets für 200 bis 300 Pfund in Manchester bekommen hat – und das irgendwie auch noch für günstig hält. Das ist jetzt gar nicht als Diss gemeint. Eher als lautes Seufzen, wie schnell sich viele – bzw. die, die es sich leisten können – an diese irren Preise gewöhnt haben. Andererseits ist ein euphorisches (also zumindest vor der Bühne) Oasis-Konzerte vielleicht genau das, was man gerade so braucht, um mal den Kopf aus dem täglichen Irrsinn zu ziehen. Britpop, Bucket Hats, Bier, Lads, Gals und übergroße Songs, statt KI-Kacke, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt und drohende Sozialkürzungen, während gerade ein Milliarden-teurer „Tankrabbat“ beschlossen wurde. Ach ja: die verfassungsfeindlichen Parteien, die gerade alles, was endlich wieder offen rechts sein will, einsammelt, haben wir irgendwie verdrängt. Die gibt es ja auch noch – und kommen vielleicht sogar bald dank einer Drei-Buchstaben-Partei, die sich links nennt, an die Macht. 

Anyway: Heute ranten wir mal nicht in die darken Themen rein und erfreuen uns in diesem Newsletter an unserem Herzensthema: der Musik. Und ja, wir erfreuen uns auch an all den Oasis-Tickets, die viele aus unserem Team im Ticketkampf ergattern konnten.

Diese Musik hat Wasia Project geprägt

Wasia Project ist das gemeinsame Musikprojekt der Londoner Geschwister Olivia Hardy und William Gao. Seit 2019 verbinden die beiden ihre klassische Ausbildung mit Jazz, Indie-Pop und großen, cineastischen Arrangements. Einem größeren Publikum wurden sie unter anderem durch „Ur So Pretty“ bekannt, das in der zweiten Staffel von „Heartstopper“ zu hören war. Während Olivia vor allem Gesang und Gitarre übernimmt, prägt William den Sound mit Klavier und Keyboards. Gemeinsam schaffen sie Musik, die zwischen intimen Momenten und ausladender Dramatik pendelt. In unserem „What I Love“ erzählen Olivia und William, welche Musik sie seit ihrer Jugend begleitet und bis heute beeinflusst. Dabei geht es um erste selbst gekaufte Musik, prägende Konzertbesuche und ihre gemeinsame Begeisterung für Radiohead – inklusive der Soloprojekte rund um die Band.

Unsere Lieblingssongs in dieser Woche

Wenn es um emotionale Gitarrenmusik geht, ist man bei Soccer Mommy seit jeher an der richtigen Adresse: Ihr „Rings of Saturn“ haben wir gestern am späten auf dem Balkon gehört, als wir blöde, melancholisch und uns-kleine-fühlend in die Sterne geschaut haben. Aber genau dafür hat sie den Song ja geschrieben. Sehr begeistert hat uns auch die neue Single von Jassin: „Offensive“ ist atmosphärischer, nachdenklicher, reifer Song, der ganz nebenbei die Liebe, die Mama und die besten Freunde feiert. Die Kombi hatten wir nicht auf der Bingo-Karte: Philipp Poisel ist zurück – und singt auf „10m²“ein ganz wundervolles Duett mit Verifiziert. Das kann man durchaus schon mal einen Treff der Generationen nennen, denn Poisel ist ja schon seit gut 18 Jahren ein Garant für schwermütig-schöne deutsche Popmusik. Apropos „schwermütig“: Auch die neue Single von Vicky, „fliegen“, hat eine sehr melancholische Klangfarbe, die ihr ganz fantastisch steht. New level unlocked! Last but not least: Mit „Ghost Hound“ wehrt sich Ajla gegen falsche Anschuldigungen und toxische Machtspiele. Ihre Antwort klingt nach verzerrten Gitarren, bittersüßer Melancholie und einem selbstbewussten „Fuck you“. Lieben wir.

Album der Woche: Ramzey – Die ewigen Jagdgründe

Ein Wald, eine marschierende Truppe und die Begegnung mit dem eigenen jüngeren Ich: Auf „Die ewigen Jagdgründe“ macht Ramzey aus seiner Vergangenheit ein düsteres Konzeptalbum. Gemeinsam mit Produzent Yaze bewegt er sich zwischen aggressiven Rap-Songs, jazzigen Momenten und besonders verletzlichen Passagen. Dabei geht es um Loyalität und Überlebensmodus, aber auch um Familie, männliche Vorbilder und die Frage, wo eigentlich Zuhause ist. Besonders auf „Monster“ wird klar, wie persönlich diese Reise für Ramzey wird. Am Ende steht keine plötzliche Heilung, aber ein besseres Verständnis dafür, woher die eigene Härte kommt.

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