Nach fünf Jahren: Fazerdaze aus Neuseeland veröffentlicht neuen Song “Come Apart”
Drehen wir die Zeit zurück ins Jahr 2017: Amelia Murray alias Fazerdaze aus Auckland, Neuseeland gehört zu den spannendsten Indie-Acts der Stunde – mit Songs wie „Lucky Girl“ oder „Little Uneasy“ erfährt sie einen weltweiten Hype, was nicht zuletzt auf ihren beflügelnden Sound zurückzuführen ist. Auf ihrem Debütalbum „Morningside“, das in Deutschland via Grönland Records erscheint, präsentiert Fazerdaze nämlich eine melancholische, leichtfüßige Mischung aus 60s-Pop und 90er-Shoegaze. Über allem schwebt dabei ihre DIY-Herangehensweise, denn Fazerdaze nimmt einen Großteil ihrer Musik im heimischen Schlafzimmer auf und produziert diese selbst. Damals sagt sie in unserem Interview: „Ich habe es immer geliebt, DIY zu sein. Es war sehr befriedigend und so aufregend, wenn jemand deine CD gekauft hat und du sie ihm schicken konntest. Du schreibst seine Adresse auf einen Umschlag und sendest sie ihm zu. Es ist so direkt und man hat so eine Nähe mit Fans und Leuten, die die Musik mögen.“
Auf den Erfolg mit „Morningside“ folgt der Burnout
Nach einer ausgedehnten Tour zum Album „Morningside“ findet sich Fazerdaze im Jahr 2018 in einer schwierigen Situation wieder: Obwohl die Dinge besser laufen, denn je, fühlt sich die Musikerin ausgebrannt. Zu ihrem Burnout gesellt sich eine große Schreibblockade. Über diese Situation sagt sie heute „Ich habe in dieser Zeit viel Selbstvertrauen verloren und mein Selbstwertgefühl ist wirklich erodiert.“ Fazerdaze kehrt der Musik schließlich den Rücken zu, nimmt sich Zeit für sich selbst und gibt persönliche und geschäftliche Beziehungen auf, die sie belasten: „Nicht länger stoisch und stark zu sein, war das Beste, was ich je für mich getan habe. Die Menschen und Dinge aufzugeben, die in meinem Leben nicht funktionierten, war eine große Befreiung, bei der ich endlich diese Last, die ich mit mir herumtrug, ablegen konnte, und seitdem ist alles in meinem Leben insgesamt besser geworden. Ich kann auf meine Intuition hören, Songs schreiben und kreativ sein; ich habe einen Plattenvertrag unterschrieben, ich bin in eine eigene Wohnung gezogen. Es ist, als hätten sich die Schleusen für gute Dinge geöffnet, die in mein Leben kommen.“
Neuanfang mit „Come Apart“
Mit neuem Label im Rücken untermauert Fazerdaze ihren Neuanfang nun mit „Come Apart“, dem ersten Song seit fünf Jahren. Der Track ist, typisch für die Musikerin, eine Lo-Fi-Nummer mit 90er-Jahre-Anleihen, in der sie sich der Trennung von den Menschen in ihrem Leben hingibt. Insgesamt scheinen die letzten Jahre ein kathartisches Erlebnis für Fazerdaze gewesen zu sein, sie sagt selbst: „Auf eine seltsame Art und Weise fühle ich mich jetzt unbesiegbar, die Dinge sickern nicht mehr so in mich ein wie früher. Ich fühle mich stark und habe das Gefühl, dass es jetzt meine Aufgabe ist, das in die Musik und die Art und Weise, wie ich mich als Fazerdaze gebe, zu übertragen. Es war eine harte Reise ins Erwachsensein, wenn ich also diese Reise für den nächsten Menschen ein kleines bisschen leichter machen kann, dann habe ich vielleicht meinen Teil auf der Erde getan.“
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