Neue EP: Schramm erklärt „How to fail at Love“
„How to fail at Love“ – dieses wenig motivierende Tutorial liefert uns Schramm in seiner neusten EP. Der Wuppertaler Newcomer ist vor zwei Jahren mit seinem grimmigen, „schrammigen“ Sound auf dem Radar erschienen und hat sich in seiner Debüt-EP „I made this for myself (I didn’t make it for you)“ 2022 von Bedroom-Pop-Anleihen bis hin zu Sprechgesang-Parts musikalisch ausgetobt.
Doch das schien nur der Anfang zu sein, wie die neue EP beweist: noisige Gothic- und Rock-Gitarren treffen in „How to fail at Love“ auf NNDW-Sound und Gabber-Beats, die gemeinsam Grundlage für die fehlgeschlagenen Beziehungen bilden, die Schramm in seinen Lyrics verhandelt. Das alles findet wie bereits von dem Newcomer gewohnt in einer düsteren Grundatmosphäre statt.
Neben den bereits veröffentlichten Tracks auf Englisch und Deutsch, erblicken mit dem Release der EP auch drei neue Songs das Licht der Welt. Zum einen wäre da „Thank You“, der mit schillernden Synthesizern und House-Anleihen einen kleinen – für Schramm untypischen – Funken Leichtigkeit in sich trägt. Der titelgebende „Fail at Love“ fährt mit harten Gabber-Bassdrums auf, gibt damit einen kantigen Einstieg in die EP und macht eine Vielschichtigkeit auf, die bereits mit Vorab-Auskopplungen wie „sunburned/goodbye“ abzusehen war.
Vielschichtige Sounds
Der Star in „sunburned/goodbye” ist die Kopfstimme des Musikers, die über verlorenen Gitarren schwebt, die wiederum einen spannenden Kontrast zu dem beherrschenden Beat bilden. Düster bleibt es dennoch, besonders wenn der Track in einem melancholischen, klagenden Moment explodiert und sich gegen Ende soweit vernestelt und verzehrt, dass er einem Fiebertraum gleicht, in dem Schramm gefangen ist.
Fast schon euphorisch entlässt uns „How to fail at Love“ mit „Infected“ dann in den Tag – ein Song, der sogar ein kleiner Hoffnungschimmer darauf ist, dass trotz allem Versagen in Sachen Liebe doch noch ein Happy End ansteht. „I’m infected by your love“, singt Schramm über aufgeregte Gitarren, die abrupt enden und die EP mitten im Geschehen einfach aufhören lassen – hoffentlich nur, um ganz bald an selber Stelle wieder anzuknüpfen.
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