Neue EP von Pantha: Zu Besuch in der Gefühls-Galerie
Wenn du deine Gedanken in einer Galerie ausstellen würdest, wie würde die dann aussehen? Hängen da farbenfrohe Leinwände oder eher schwarz-weiße Bleistift-Zeichnungen an der Wand? Oder gibt e vielleicht eine Skulpturen-Sammlung aus Marmor und Bronze zu sehen? Die 24-jährige Singer-Songwriterin Pantha malt in ihrer freien Zeit zwar auch gern mit richtigen Farben, überwiegend aber mit Worten, die dann zu Songs werden. Sie erklärt: „Beide Ausdrucksformen bedeuten für mich ein großes Ventil, durch das ich meine Emotionen visualisiere und kanalisiere. Die Songs sind wie eine Leinwand, auf der ich die Dinge festhalte, die in meinem Kopf vor sich gehen.“ Panthas neue EP trägt den Namen „Galerie“ und hier stellt sie die fröhlichen, aber auch düsteren Bilder ihrer Gedankenwelt aus.
„In meiner Galerie gibt es viele unheimliche Ecken“
Neben den Singles „Ich“, „Galerie“ und „Neurösschen“ haben es auf die EP von Pantha außerdem die beiden Songs „Mir egal“ und „Was high macht“ geschafft. Sie bringen Abwechslung in die „Galerie“, die Pantha selbst so beschreibt: „In meiner Galerie gibt es viele unheimliche Ecken, die mir wirklich Angst machen. Umso wichtiger ist es, mich diesen Bildern zu stellen, um mich besser verstehen zu können. Selbst wenn ich oft keine Lösungen für meine Probleme habe, hilft es schon, darüber zu sprechen. Das ist der erste Schritt zur Verarbeitung. Und es ist ein schönes Gefühl zu sehen, dass ich mit meinen negativen Emotionen nicht alleine auf der Welt bin, sondern dass viele Menschen so fühlen wie ich.“
Besonders „Neurösschen“ und „Ich“ beschäftigen sich mit den dunklen Ecken in Panthas Gedankenwelt. Sie handeln von Selbstzweifel, toxischen Schönheitsidealen und mentalen Struggles, die Tag und Nacht an der Sängerin nagen. „Ich will doch gar nicht viel, nur längere Beine / Und nicht den Bauch einziehen in engeren Kleidern / Ich hab‘ eine Liste / Von der ich gern nichts wüsste“ (aus dem Song „Ich“) In tänzelnde Klaviermelodien eingehüllt und durch zeitgenössische Beats und eingängige Hooks unterstützt, werden aus Zeilen wie diesen moderne Pop-Songs zum Mitfühlen.
Ist das wahnsinnig oder ist das Kunst?
Mit „Mir egal“, einem Song über eine komplizierte Beziehung, startet die „Galerie“-EP von Pantha sehr tanzbar. Eine schwungvolle Basslinie und spacige Synths gegen Ende des Songs sorgen für eine ausgelassene Stimmung, die sich aufgrund der teils sehr persönlichen Themen allerdings nicht lang hält. Das große Finale gibt es dann mit dem Titeltrack der EP, „Galerie“. Hier treibt Pantha nicht nur ihre Galerie-Referenz auf die Spitze, sondern spricht offen von den negativen Gedanken-Loops, die sie zum Teil wie ein Strudel runterziehen. „Schau dir all diese Bilder an / In meiner Galerie aus Angst / Paranoia an der Wand / Hier drinnen hab‘ ich kein’n Empfang“
„Viele Songs entstehen sehr situativ. Obwohl ich eine sehr glückliche und bunte Person bin, male ich oft in dunklen Bildern“, sagt Pantha. „Dabei entstehen Dinge, von denen ich mich dann frage, aus welchem düsteren Loch sie wohl gekrochen sind. Auf dem Titeltrack gibt es die Zeile ‚Ist das wahnsinnig oder ist das Kunst?‘ – eine Frage, die mir jeden Tag stelle, wenn ich meinen inneren Tumult nach Außen trage.“
Mit der Veröffentlichung von „Galerie“ beweist Pantha aber vor allem Mut. Vor den Augen und Ohren ihrer knapp 118 Tausend monatlichen Zuhörer:innen bei Spotify macht sie sich verletzlich und lädt dazu ein, sich mit den eigenen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen – damit aber niemals allein zu sein.
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