Neue Netflix-Serie „The Playlist“ zeigt den Aufstieg von Spotify
Kaum ein Unternehmen hat die Musikbranche in den letzten Jahren so geprägt und grundlegend verändert wie Spotify. Heutzutage funktioniert die Streaming-Plattform wie eine eigene Instanz und wenn man es als Künstler:in wirklich schaffen will, dann ist man im Normalfall auf Platzierungen in einschlägigen Spotify-Playlists angewiesen. Seit Kurzem gibt es nun eine neue Serie über den Musik-Giganten namens „The Playlist“ – welche auf Netflix, also der Schwester-Plattform-im-Geiste, ab sofort verfügbar ist.
Die schwedische Produktion der Serie basiert auf dem Buch Spotify Untold der Journalisten Sven Carlsson und Jonas Leijonhufvud und erzählt in den ersten vier ihrer sechs Episoden die Vorgeschichte und Gründung des Unternehmens bis zum offiziellen Launch der Plattform im Jahr 2008. Die letzten beiden Episoden wagen sogar einen Blick in die Zukunft der Musikbranche, bis ins Jahr 2025, in dem Gründer Daniel Ek wohl wegen Verstoß gegen das Kartellrecht und Ausbeutung von Künstler:innen vor ein US-Gericht muss – zumindest in der Netflix-Narrative.
Wie Daniel Ek die Musik revolutioniert hat
Ähnlich wie der Blockbuster „The Social Network“, welcher die Geschichte von Marc Zuckerberg und der Facebook-Gründung in einer teilfiktionalisierten Weise erzählt, dreht sich in „The Playlist“ vieles um Spotify-Gründer Daniel Ek. Doch auch andere Charaktere treiben den Plot des Dokudramas mit stereotypischen Rollen an, um auch den Laien in Sachen Musikbranche ein wenig von der Spotify-Revolution näher zu bringen. Da gibt es also die Labelchef:in, den Musik-Liebhaber, die betroffene Künstler:in und die Musikrechts-Anwält:in, welche die Gründung von Spotify und den damit einhergehenden rettenden Paradigmenwechsel in der Branche aus ihrer Perspektive begleiten. Bevor es Spotify gab, wurde die Musikwelt nämlich zum Schrecken der Labels und Künstler:innen von illegalen Download-Plattformen wie „Pirate Bay“ oder „Limewire“ heimgesucht und regelrecht in den Ruin getrieben.
Entertainment statt Kritik
Dass Spotify allerdings nicht nur die Rettung für die durch Internet-Piraterie brachliegende Musikindustrie war, sondern maßgeblich an der Veränderung der Wertschöpfung von Musik zum Nachteil der Macher:innen geworden ist, wird allerdings erst in den letzten beiden Episoden angeschnitten und das auch nur ziemlich zaghaft und dramatisiert. Einige Rezensionen des Sechsteilers lassen verlauten, dass die Kritik am Unternehmen nicht explizit genug stattfindet. „The Playlist“ ist also eher Material für Musik-Fans, die keinen investigativen Einblicke in den Konzern suchen, sondern die Spotify-Geschichte im Blockbuster-Style erzählt bekommen möchten.
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