Neuer Song mit Ufo361: Geht T-Low ein drittes Mal auf die Eins?
T-Low ist drauf und dran, Deutschrap-Historie zu schreiben. Bisher war der Rapper aus Schleswig-Holstein vor allem in der Szene und auf TikTok populär, bis er dann mit seinen letzten beiden Songs quasi über Nacht in die Charts eingezogen ist. Und das direkt an die Spitze: Zwischenzeitlich waren sowohl „Sehnsucht“ als auch „We Made It“ auf der Eins. Heute veröffentlicht T-Low in Form der Single „Airbnb“ eine Kollaboration mit einem weiteren Deutschrap-Schwergewicht: Ufo361. Das richtige Feature, um ein drittes Mal auf die Pole Position zu gehen?
Started From The Bottom
T-Low durchlebt gerade eine Erfolgsgeschichte wie aus dem Märchenbuch. In seinen Songs lässt er uns in Echtzeit daran teilhaben: „Ich hab’ bei Ratten gepennt, auf 15 Xans / Teller schimmeln, T-Low lebt in seim’ Dreck“, rappt er auf „We Made It“ – einem Song, der bis vor Kurzem noch auf dem ersten Platz der Offiziellen Deutschen Charts stand. Nicht die Hip-Hop-Charts, nicht die Viral-Playlist auf Spotify: Die richtigen, echten Top 100, in denen mit ein paar Plätzen Abstand Harry Styles und Rammstein folgen.
T-Low hat es geschafft, aus einer abrissreifen Bruchbude heraus Hits zu schreiben, die bei einer ganzen Generation einschlagen. Grund dafür ist mit Sicherheit die unfassbare Authentizität, die man dem Newcomer hoch anrechnen muss und die in jeder Zeile mitschwingt. Aber auch die satten „Pop-Punk meets Trap“-Beats von Miksu und Macloud dürften ihren Teil dazu beigetragen haben, „Sehnsucht“ und „We Made It“ so hoch in die Charts zu befördern. Nicht zuletzt ist T-Low außerdem absoluter Vollprofi darin, seine Fans zu mobilisieren und schon Wochen im Voraus via TikTok und Co. heiß auf neue Releases zu machen.
Hat T-Low Chancen auf einen Hattrick?
Nun steht ein weitere Release vom Newcomer der Stunde an, diesmal in Zusammenarbeit mit Ufo361. Und obwohl Streaming-Zahlen und Charterfolge natürlich nichts über die Qualität von Musik aussagen, stellt sich die spannende Frage: Gelingt es T-Low, ein drittes Mal in Folge auf die Chart-Eins zu ziehen? Die richtigen Vorraussetzungen dafür sind allemal gegeben. Der Name T-Low ist gerade schließlich in aller Munde und sagt sogar Hörer:innen etwas, die mit Hip-Hop normalerweise nichts am Hut haben.
Back to Trap
Hier kommt allerdings auch das Problem an der Sache: „Airbnb“, wie die neue Nummer heißt, schlägt musikalisch in eine ganz andere Bresche wie zuvor „Sehnsucht“ und „We Made It“. Der Song beginnt mit einem finsteren Sample und wummernden Trap-Drums – eine Annäherung an die Sound-Welt, in der Featuregast Ufo361 für gewöhnlich unterwegs ist. Dementsprechend klingt dann auch die Hook: „Ich geh’ nie in ein Airbnb ohne zehn Flaschen Lean / Designer mein Hemd und sie hat sich verliebt“.
Für Fans von Rappern wie Future oder Lil Baby ist das mit Sicherheit der pure Genuss, aber eher weniger für den:die harmlosen Chart-Hörer:in, der:die morgens auf dem Weg zur Arbeit das Radio anschmeißt. Vielleicht liegt T-Low aber auch gar nicht so viel an weiteren Charterfolgen und er will sich stattdessen darauf fokussieren, weiter innerhalb der Szene statt im Mainstream stattzufinden. Denn auch wenn „Airbnb“ den ein oder anderen Neueinsteiger vielleicht eher abschreckt: Fans von Ufo361 haben T-Low spätestens jetzt auf dem Schirm.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.