Neues Album: Badmómzjay im „Survival Mode“
Kaum zu glauben, doch als Badmómzjay 2019 als Feature auf „Papi“ von Monet192 auftaucht, ist sie gerade einmal 16 Jahre alt. Zu der Zeit zeigt sie ihr Können bereits in Kurzvideos auf Instagram und bereitet ihre Revolution vor – denn Badmómzjay hat Pläne für die deutsche Rap-Szene und einen Traum: „Ich hinterlass euch keine Promophase, sondern ein ganzes scheiß Land voller heißer Perlen mit roten Haaren“ („Survival Mode“). Badmómzs Featureauftritt auf „Papi“ bringt alles ins Rollen.
2021 veröffentlicht die Rapperin ihr Debütalbum „badmómz.“ mit dem sie direkt in die Top 10 der Offiziellen Deutschen Charts einsteigt. Sie ist die erste Rapperin auf dem Cover der deutschen Vogue, wird mit dem Deutschen Musikautorenpreis ausgezeichnet und erhält zwei Mal in Folge den MTV Europe Music Award als „Best German Act“. Was klingt wie das Leben eines Superstars, fühlt sich für Badmómzjay inzwischen zwar auch so an, bringt aber auch seine Schattenseiten mit sich.
„Das zweite Album ist das Fundament zu meinem Thron“
Gestern feierte Badmómzjay den Release ihres zweiten Albums „Survival Mode“ in Berlin. Erstmals öffnete dafür das RSO.Berlin als eine der Underground-Techno-Locations Europas die Türen für einen Hip-Hop-Artist – und einen Livestream. Für die videoscheue Szene eine absolute Besonderheit, denn Kameras sind hier eigentlich nicht erlaubt. Das der Abend für Jordy ein ganz besonderer ist, merkt man ihr an und auch aus ihrer Nervosität macht sie keinen Hehl: „Das zweite Album entscheidet darüber, ob das dritte gehört wird!“, erklärt sie auf der Bühne. Etwas entschlossener zeigt sie sich stattdessen im Intro ihrer Platte, wenn sie rappt: „Das zweite Album ist das Fundament zu meinem Thron“. Und den besteigt sie Song um Song mit ihrer Ehrlichkeit.
Diese Ehrlichkeit ist auch der Schlüssel zum zweiten Album. Während „badmómz.“ ein erstes „Hallo“ in der Szene und ein Beweis für ihr krasses Rap-Talent war, gibt „Suvival Mode“ nun einen intimeren Blick in Jordys Inneres. Ein Grund, weshalb auch das Cover für sie sehr wichtig ist: „Es ist alles sehr einfach gehalten, dabei hat es eine riesige Bedeutung für mich, ein Bild von mir als kleines Mädchen auf diesem Cover zu sehen. Ich hatte das Gefühl, ich mache das Album für die kleine Jordy. Ich versuche, ihr das zu geben, was sie sich niemals erträumt hätte. Das Album und Titel stehen für so viel und haben eine ganz starke Verbindung zu mir und meiner Geschichte.“
Klar, Badmómzjay kann Hits. Den Höhepunkt ihres Albums liefern aber die beiden Songs „Survival Mode (Intro)“ und das Outro „How to survive“, die sich wie eine Klammer um die restlichen zwölf Tracks bestehend aus housigen Hyperpop-Tracks („Auf die Party“ mit Domiziana), knallharten Rap-Ansagen („Yeah Hoe“ und „Mh Mh“ mit Juju), Nostalgie-Momenten („Airplanes“ mit Kool Savas) und rhythmischem Amapiano („Komm mit“) legen.
Besonders emotional wird es dabei aber im Outro, in dem Jordy den glitzernden Schleiher von ihrem Leben nimmt und offen von den Schattenseiten rappt: „All die Stimm’n werden lauter, wenn du Fehler machst / Hör‘ sie in letzter Zeit fast jede Nacht / Ich geb‘ dem Major keine Songs, sondern ein Stück von meinem Leben ab / Obwohl ich kaum noch was vom Leben hab’“ Es ist eben nicht alles Gold was glänzt!
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