Neues Album mit Rock-Sound: Der Newcomer Cobee erfindet sich auf „Bloomer“ neu
In den letzten Jahren kann man immer wieder beobachten, dass sich die Bereiche Hip-Hop und Rock näherkommen. Auch abseits der generellen Verwendung des Rockstar-Images in Rap-Texten kommen mehr Künstler:innen auf, die ursprünglich aus dem Hip-Hop kommen und dann ihren Sound rockiger umwandeln oder zumindest die Grunge- und Punk-Ästhetik verinnerlichen. Man denke an Underground-Acts à la Lostboi Lino, Taha oder Bevn, aber auch weltbekannte Beispiele wie Machine Gun Kelly.
Ein weiteres Beispiel ist der Schweizer Künstler Cobee. Seine musikalischen Anfänge macht er nicht nur 2018 im Hip-Hop, sondern auch mit Sprechgesang auf Schweizerdeutsch. Bis dann 2021 ein Neustart erfolgt: Mit „Tabula Rasa“ veröffentlicht Cobee seinen ersten Song auf Hochdeutsch und setzt, wie der Titel andeutet, alles auf Anfang. Die Beats leben zu dieser Zeit noch von elektronischen Einflüssen aus Drum’n’Bass oder 2-Step, mit den Singles zum neuen Album „Bloomer“ wird dann die nächste Neuerfindung eingeläuet: in Richtung Rock.
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Stilvielfalt und Prägnanz
Auf „Bloomer“ dominiert ein Alternative-Rock-Sound mit verschiedenen anderen Einflüssen des 90er Rock. Während der Song „Ripped Jeans“ etwa nach einem entspannten Sommertag mit eindringenden, noisy Untertönen klingt, ist „ZuuuUuuu“ hingegen ein düsterer, vernebelter Shoegaze-Traum. Neben der Attitüde zieht er aus dem Punk dabei auch die Prägnanz und Kürze, denn die acht Songs ergeben zusammen gerade mal 20 Minuten, also eher EP-Länge. Auch wenn man sich mehr Songs wünschen würde, weil der Sound ihm sehr gut steht, tut diese Laufzeit dem Album keinen Abbruch, sondern führt eher zum Drücken des Replay-Buttons.
Der „Bloomer“ als Optimist
Mit der Masse an catchy Melodien schafft Cobee es, die verzweifelten Texte mit einem unbeschwerten Hörvergnügen auszubalancieren, sodass das Album nicht pessimistisch wirkt. Schließlich ist er laut Titel ein „Bloomer“: In der Internetsprache jemand, der sich von den schlechten Sachen in der Welt – im Gegensatz zum „Doomer“ – nicht einfach herunterziehen lässt, sondern optimistisch bleibt.
Traditioneller interpretiert kann man den Titel aber auch als den Verweis auf eine Person sehen, die erst zu einem bestimmten Zeitpunkt aufblüht – was Cobee auch in Hinsicht auf seine musikalische Entwicklung sieht: „Der Titel ‚Bloomer‘ war einfach perfekt. Ich mochte das Wort einfach gerne – und irgendwie passt es ja auch zu mir. Ich habe das Gefühl, dass ich in gewisser Weise ein Spätzünder bin. Die Musik, die ich jetzt mache, ist genau das, was ich immer machen wollte. Davor war es mehr ein Ausprobieren, aber jetzt bin ich wirklich da, wo ich immer schon hinwollte. Bei mir.“
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