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Neues Album „The Fall-Off“ von J. Cole: Ein würdiger Abgang

Posted in: News
Tagged: J. Cole

Mit „The Fall Off“ legt J. Cole sein siebtes und vorerst letztes Studioalbum vor – ein zweistündiges Doppelalbum mit 24 Songs, an dem er über ein Jahrzehnt gearbeitet hat. Schon lange bevor überhaupt der erste Teaser veröffentlicht war, hatte Cole die Messlatte selbst hochgelegt: In Interviews und Songs streute er immer wieder Hinweise auf das Album, das nichts weniger als sein bislang bestes werden sollte. Am Ende ist „The Fall Off“ eine Widmung an sich selbst, aber auch eine ausgiebige Danksagung an die Hip-Hop-Kultur geworden.

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J. Cole schließt damit den Kreis, der mit seinem ersten veröffentlichten Projekt „The Come Up“ von 2007 begann. Der damals 22-Jährige aus Fayetteville, North Carolina, versuchte in der New Yorker Rap-Szene Fuß zu fassen. Schließlich wurde er 2009 als erster Künstler bei Jay-Zs Label „Roc Nation“ unter Vertrag genommen. Heute gilt er als einer der prägendsten Rapper seiner Generation. Auf „The Fall Off“ erzählt er von seiner Entwicklung in zwei Akten: „Disc 29“ beschreibt Coles Rückkehr in seine Heimatstadt mit 29 Jahren, zehn Jahre nach seinem Umzug nach New York. Es ist eine Phase innerer Zerrissenheit über die er sagt: „Ich stand an einem Scheideweg zwischen den drei großen Lieben meines Lebens: meiner Frau, meiner Kunst und meiner Stadt.“ Disc 39 zeigt denselben Ort, bei einem erneuten Besuch mit 39 Jahren. Cole wirkt nun um einiges gefestigter.

„The Fall-Off“: Stilübergreifender Rap und geheime Features

Musikalisch verbindet „The Fall Off“ klassisches Storytelling, Oldschool Boom Bap und soulige Samples mit modernen Trap-Drums. Aber auch reduziertere, gitarrengetragene Balladen wie „Ocean Way (Bonus)” oder „Only You (ft. Burna Boy)“ finden ihren Weg auf das Album. J. Cole bleibt für seine wichtigste Veröffentlichung nicht alleine: Future ist auf zwei Tracks vertreten, dazu kommen Features von Tems, Petey Pablo, Burna Boy, Erykah Badu, PJ und Morray. Als versteckter Gast bereichert zum einen Marvin Sapp mit Vocals auf „Man Up Above“ die Platte und zum anderen Common, der mit „I Used To Love H.E.R“ Coles „I Love Her Again“ inspirierte.

J. Cole: Rückwärts durch die eigene Biografie

Der Titeltrack „The Fall-Off Is Inevitable“ fasst das zentrale Motiv des Albums zusammen. Für J. Cole ist der Abgang von Künstler:innen kein Scheitern, sondern Teil eines natürlichen Kreislaufs. Vielleicht ein Grund, warum auch J. Cole sein Künstler-Dasein mit „The Fall-Off“ augenscheinlich vorerst beenden will.

Im dazugehörigen Video bewegt sich die Kamera durch einen endlosen Tunnel aus holzvertäfelten Zimmern – eine Anspielung auf sein altes Kinderzimmer und eine mögliche Referenz an Nas‘ Track „Rewind“ von 2001. Die Geschichte seines Lebens wird rückwärts erzählt: Ausgehend von seinem eigenen Tod reflektiert Cole über eine gescheiterte Ehe mit seiner Highschool-Liebe Melissa Heholt, über Rap-Erfolg und den Versuch, trotz Fame ein bodenständiger Vater zu bleiben. In Zeilen wie „With each day that passes, I could feel my career comin‘ first. „Do I“, took the wedding ring off her finger“ beweist Cole lyrische Raffinesse, wenn er das Trauwort „I Do“ passend zum Recap-Konzept umkehrt.

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Auch im Artwork rund um „The Fall-Off“ spiegeln sich Schlüsselmomente in J. Coles Leben. So wurden das Front- und Backcover von ihm mit einer Einwegkamera selbst geschossen, als er 15 Jahre alt war. Die Vorderseite des Albums zeigt das rudimentäre Setup, mit dem er seinen ersten vollständigen Song „The Storm“ aufnahm. Die Hinterseite ist Coles Vorbildern aus dieser Zeit gewidmet – es zeigt die mit Postern von 50 Cent, Eminem, Tupac und Nas tapezierten Wände in seinem altem Kinderzimmer. J. Cole verabschiedet sich also mit einem durchdachten Werk, das sein künstlerisches Schaffen der letzten 20 Jahre würdig zusammenfasst.

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