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Neues Album von Broken Bells oder: Der Indie-Olymp tritt wieder zusammen

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Nebenprojekte von Musiker:innen erwecken manchmal den Anschein einer Spielwiese. Dort kann und darf das passieren, was vielleicht im „richtigen“ Band-Konstrukt keinen Platz findet oder einfach so abstrus ist, dass es schlicht und ergreifend Erfolg verhindern würde. Ganz anders ist es bei Broken Bells: Die eine Hälfte des Duos, Brian Burton, arbeitet normalerweise unter dem Namen Danger Mouse erfolgreich als Produzent und hat schon mit Musiker:innen wie Jay-Z, Red Hot Chili Peppers, Portugal. The Man oder U2 gearbeitet. Die andere Hälfte der Broken Bells, James Mercer, ist Sänger und Gitarrist von The Shins. Die Band ist vor allem über Songs wie „New Slang“ oder „Simple Song“ bekannt geworden. Beide Musiker bewegen sich normalerweise in unterschiedlichen Genres und mögen auf den ersten Blick kaum zusammen passen, wenn sie jedoch kollaborieren, entsteht Großes – zum Beispiel in Form ihrer bisher erschienenen Alben „Broken Bells“ (2010) und „After the Disco“ (2014).

Bereits im Jahr 2004 treffen beide auf dem dänischen Roskilde Festival zum ersten Mal aufeinander und merken schnell, dass sie ihre Arbeit gegenseitig schätzen. Die Idee eines gemeinsamen Projektes entwickelt sich noch beim Festival. Bis es jedoch zu Broken Bells kommt, sollten noch ein paar Jahre vergehen. Erst 2008 entstehen die ersten gemeinsamen Aufnahmen in Brian Burtons Studio, mit dem Song „The High Road“ setzen sie später ein erstes (großes) Ausrufezeichen. Das dazugehörige Album wird für den Grammy nominiert und auch das Nachfolge-Werk „After the Disco“ weiß zu überzeugen. Die großartige Stimme von James Mercer, die schon bei The Shins für einzigartige Momente sorgte, in Kombination mit den immer wieder überraschenden Produktionen von Danger Mouse erzeugen Spannungen, die nicht von dieser Welt scheinen. Und genau da bewegen sich Broken Bells auch immer wieder thematisch – irgendwo zwischen Zeit und Raum.

Nach „After the Disco“ passiert allerdings das, was bei schwer-beschäftigten Menschen eben so passiert: Sie finden kaum mehr Zeit, gemeinsam zu musizieren. Acht Jahre haben sich James Mercer und Brian Burton letztendlich Zeit gelassen, um Broken Bells weiterzuführen. 

Neues Album „Into The Blue“

Das neue Album der Broken Bells trägt den Titel „Into the Blue“. In neun Stücken geht es um die Hoffnung auf eine bessere Welt mit mehr Liebe und Zuversicht, um rettende Orte, die (wieder mal) ferne Planeten oder geistige Rückzugsräume sind. Die Platte unterscheidet sich dabei deutlich von den bisherigen Alben der Broken Bells – lange Zeit wabern die Stücke in beruhigenden Mitten herum, bis es dann immer wieder, sehr bewusst, zu explosions-artigen Ausbrüchen kommt.

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Ein Beispiel für die Ausbrüche der Broken Bells gibt es in „Saturdays“, wenn sich das Duo seinen umwerfenden Melodien hingibt und verschiedenstes Genres aufeinander-rasen lässt: Psychedelica, Folk-Rock, 80s-Synth-Pop, Trip-Hop – hier findet alles statt. Und dann gibt es auch noch „Love On The Run“, das so etwas wie das Zentrum des Albums bildet. Eine epische, siebenminütige Nummer, die gleichzeitig großer Soul, verträumter Pop und traurige Pianoballade ist. Broken Bells beherrschen es, aus den ganz kleinen Dingen große Emotionen zu zaubern. Und wenn das mal nicht reicht, wird eben die große Keule geschwungen und ein so opulentes Arrangement aufgefahren, dass man nur staunen kann.

Broken Bells sind mit ihrem neuen Album „Into the Blue“ ganz bei sich und machen offensichtlich genau die Musik, die ihnen Freude bereitet. Und das merkt man allen Songs der Platte an, auch wenn der ein oder andere vielleicht etwas mehr Wumms vertragen könnte.

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