DIFFUS

Neues Jahr, neuer Vibe? Symba experimentiert auf „Frei“ mit seinem Sound

Posted in: News
Tagged: Symba

Wer Symba mit seinen ersten Singles kennengelernt hat, weiß, dass der Rapper aus Berlin gerade eine beachtliche Entwicklung durchläuft. Mit Songs wie „Maxi King“, „PS2“ oder „Blockparty“ bot er 2019 eine lockere, verspielte Alternative zum Sound von Pashanim, Kasimir1441 oder Yin Kalle, die zur selben Zeit auf der Deutschrap-Landkarte auftauchten. Schon damals waren Symbas Flows außergewöhnlich und strahlten eine gewisse Exzentrik aus, die ihm bis heute anhaftet. Nur inhaltlich blieb es meistens bei bloßen Alltags-Erzählungen, die zwar auf besondere Art und Weise vorgetragen wurden, aber eher vage blieben.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


2023 baute er auf diesem Style sein Debütalbum „Symba Supermann“ auf, zeigte aber schon zum Ende des Jahres, dass er gerade drauf und dran ist, neue Sounds auszuloten. Vor allem „Jerry & Tom“ war eine spannende Ergänzung zu seiner bisherigen Diskographie, mit einem sentimentalen Trap-Beat und einem Kinderchor: „Was kostet die Welt? / Ich trag Sorgen und trag Geld / Hab ich zwei Stück, bekommt mein Bruder eins ab / Was für ein Glück, dass ich mein Bruder hab“. Im neuen Jahr war es bisher erstmal still um Symba, nun kehrt der Rapper aber mit einer neuen Single zurück und beweist mit „Frei“ mehr Mut zum Gesang und zu tieferen Inhalten.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Realtalk im verschneiten Panorama

Das fängt schon beim Instrumental an: „Frei“ wurde von Al Majeed produziert und ist für einen zeitgenössischen Rap-Beat ziemlich abstrakt und individuell. Dazu gehören verzerrte E-Gitarren und große Sound-Flächen, passend zur verschneiten Berglandschaft, durch die der Rapper im Video tollt. Die Drums setzen erst spät ein, davor gehört Symba allein das Spotlight.

Und das ist gut so, denn der hat einiges zu sagen: „Als du meintest, man kann den Leuten nicht vertrau’n / Hab ich dir zu schnell vertraut / Du hast mein Geld genommen, nur weil ich’s so wollte / Nur hast du mir nichts davon zurückgegeben / Vielleicht fick ich dich dafür noch / Aber eigentlich wünsch ich dir nur Glück im Leben“. Es wird deep, Symba richtet hier persönliche Worte an eine Person aus seiner Vergangenheit.

Natürlich finden sich dazwischen auch immer wieder die bereits bekannten Passagen über Nike-Schuhe und Bling, aber gleichzeitig lässt der Rapper verlauten, dass ihm das heute nicht mehr reicht: „Ich brauch Urlaub von dir und dem Land / Von all den Klamotten und von all dem Swag“. Auffällig ist auch die Hook, hier lehnt sich Symba gesanglich auffällig weit aus dem Fenster, inklusive mächtiger Chöre und einer echten Message: „Menschen spiel’n für sich selbst am besten“. 

Wird das der neue Hit in der Symba-Diskografie? Wenn wir ehrlich sind: Wahrscheinlich nicht. Dafür ist „Frei“ zu experimentell, zu besonders, zu sperrig. Aber der Song gibt Einblicke in den kreativen Prozess von einem Typen, der durch und durch Musiker ist, und darin gerade durch und durch aufgeht – und das sollte man zu schätzen wissen.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: SSIO

Außerdem im Heft: Interviews mit badmómzjay, t-low, Magda, Paula Engels, fcukers, Betterov uvm. Außerdem große Reportagen über Kneipenkultur, Queer Rage und Essays!