Neues Tape mit Pashanim, Alcatraz uvm.: Kev Koko lädt ein zu seiner „House Party”
Na klar, einen guten Abend mit viel Schweiß und guter Musik kann man sicher auch verbringen, wenn man im Club mit seinen Friends feiern geht, aber die besten Stories passieren doch eindeutig auf House Partys – wenn die viel zu kleine, vollgequalmte WG-Küche zum „Place to be“ wird, dieses viel zu kitschige, aber auch viel zu süße Pärchen das Sofa blockiert und die Toilette einfach die ganze Zeit blockiert ist. Genau dann fangen diese öffentlich-intimen House Partys an, so richtig gut zu werden. Mit seinem neuen Tape „House Party“ hat sich Kev Koko entschieden, seine ganz eigene Party zu schmeißen und lädt uns alle dazu ein.
Was bisher geschah
Kurzer Abriss zu Beginn: Wer Kev Koko noch nicht kennt, der sollte sein Wissen nämlich schnellstmöglich auf den neusten Stand bringen. Gestartet hat der Produzent als Teil des Berliner Trios FJAAK, das für seinen kompromisslosen, stampfenden Techno geschätzt wird und beim Modeselektor-Hauslabel Monkeytown Records gesignt ist. Nach seinem Austritt aus der Gruppe arbeitete Kev Koko dann mit dem Live From Earth-Kollektiv zusammen. Sein Sound löste sich dabei immer mehr vom rohen Club-Gehämmer und wandert inzwischen erstaunlich leichtfüßig über die Genre-Grenzen. So versorgt Kev Koko inzwischen auch den Berliner Hip-Hop-Untergrund mit seinen Produktionen und hat bereits an Songs von makko, Symba und Pashanim mitgewirkt.
2022 erschien mit „Delusions Of Grandeur“ dann auch Kev Kokos Debüt-EP: Vier Songs, die uns den elektronischen Genre-Mix des Produzenten in all seinen Facetten präsentierten und den wir so vergleichbar bisher nur von Künstler:innen wie Moderat kannten – was ja eine schöne Klammer zum Beginn seiner Karriere ist. Schon damals waren wir der Meinung: „Fehlt also nur noch ein längeres Debüt-Album, auf dem wir endlich mal einen richtigen Einblick bekommen, in diesen ominösen Sound-Frickler, der aus Berlin heraus den Pop von morgen bastelt.“ Kev Kokos Antwort darauf ist „House Party“.
Wer steht alles auf der Gästeliste?
Zugegeben, „House Party“ ist mit gerade sieben Songs vielleicht Längen-technisch nicht das, was wir uns erhofft hatten. Doch guten Gewissens können wir sagen, dass Kev Koko einfach alle „Lückenfüller“ aussortiert hat und nur Banger liefert. Und was darf neben Hits auf einer House Party natürlich auch nicht fehlen? Die Gäste! Hier hat Kev Koko sich nicht lumpen lassen und ein schönes Party-Gruppenfoto aus etablierten Deutschrap-Größen und spannenden Szene-Newcomer:innen geschossen, die auf sechs von sieben Songs ihre Talente zum Besten geben. Nur auf dem Opener „Daydream“ bleibt Kev Koko allein und begrüßt uns in seiner sphärisch-technoiden Welt aus House, Trance und Trap.
Während Yung Hurn und Pashanim als Featuregäste vielleicht die eher offensichtlichen „Hits“ „Bitte Wart Kurz“ und „Tiergarten“ beisteuern, bringen spätestens „Warsaw“ (der gemeinsame Track mit Southstar) und „Primavera“ (eine weitere Zusammenarbeit mit dem Duo Alcatraz) die Gäste unserer imaginären House Party auf die Tanzfläche. Eine kleine Verschnaufpause darf sich dann bei „Don’t Go“ mit Sita Messer und „Bad“ mit Ceren gegönnt werden, bei der wir das Tempo zwar nicht wesentlich runterschrauben, doch ein bisschen mehr gevibed als ausgerastet werden darf.
Wer den bisherigen Genre-Mix von Kevin Koko liebt, der wird also auch definitiv von „House Party“ nicht enttäuscht sein und vielleicht schon den ein oder andere Song in seine eigene Party-Playlist gepackt haben.
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