Neuschnee verabschiedet sich mit seinem letzten Album „Der Lärm der Welt“
Mit ihrem Bandnamen haben es sich Neuschnee wirklich nicht ganz leicht gemacht, denn wer nach diesem Begriff sucht, der landet irgendwo zwischen einem Thriller von Lucy Foley und dem Deutschen Wetterdienst. Doch Kenner:innen wissen natürlich, dass es sich bei Neuschnee um das musikalische Projekt rund um Hans Wagner handelt. Hier vermischt der Musiker schon seit Mitte der 2000er Richtungen wie Pop und klassischer Musik zu ausdrucksstarkem Art Pop.
Im Mai 2023 feierte seine Single „U-Boot“ bereits seine Videopremiere bei uns: Ein Song, der eingeleitet durch ein sanftes Arrangement aus Streichern und Klavier sowie den darauffolgenden elektronischen Drums und einem tiefen Synth-Bass das Gefühl vom „Unterwasser-Sein“ magisch hörbar macht. „U-Boot“ ist nur einer von insgesamt elf Songs, die nun auf dem neuen Album von Neuschnee erschienen sind.
Wie klingt „Der Lärm der Welt“?
„Der Lärm der Welt“, so heißt das neue Album von Neuschnee – doch wer hätte gedacht, dass dieser Lärm so orchestral und groß klingt? So wie wir es von Neuschnee gewohnt waren, erwarten uns auch auf „Der Lärm der Welt“ Songs, die sich der Eingängigkeit des Pop und den Ambitionen der klassischen Musik bedienen. Hier findet man Songs wie „Fliege durch den Tag“, die den Klang der Streicher so leichtfüßig einsetzen, als wäre es das Einfachste der Welt, Instrumente wie diese im Pop unterzubringen. Wem das etwas zu zart ist, sei das rockige „Feuer in mir“ als Gegenentwurf empfohlen.
Weiter ausgefeilt werden die Instrumentals auf „Der Lärm der Welt“ mit groovigen Bässen, verspielten Vintage Synthies und tänzelnden Querflöten. So erscheint die gesamte Produktion groß und gleichzeitig detailverliebt – eine Klangwelt, in der man sich verträumt verlaufen kann.
Doch es könnte die letzte sein, die uns Hans Wagner mit dem Projekt Neuschnee präsentiert, wie er selbst verlauten ließ: „Die Produktion dieses Albums hat viel Kraft, Zeit und Ressourcen verschlungen. Ich bin an einem Scheideweg und kann nicht versprechen, dass es noch einmal so ein Album geben wird. Neuschnee wird es aber sicher weiterhin in einer anderen Form geben.“ Um so schöner, dass sich Neuschnee mit einem so wunderbaren letzten Album verabschiedet.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.