DIFFUS

Nicht zu langsam, nicht zu schnell: Drastisches Musik-Verbot in Tschetschenien

Posted in: News

Nicht zu schnell und nicht zu langsam – so in etwa lautet das neue Musikgesetz in der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Die Regierung unter dem Machthaber Ramsam Kadyrow schränkt ab dem 1. Juni die musikalische Vielfalt tschetschenischer Radiosender ein: Nur noch Songs die minimal 80 und maximal 116 Beats pro Minute (BPM) haben dürfen gespielt werden.

Besonders viele Songs aus dem Pop- und Technobereich fallen ab Juni dieser Regelung zum Opfer. Zum Vergleich: „Flowers“ von Miley Cyrus dürfte mit 118 BPM künftig nicht mehr öffentlich gespielt werden, Nina Chubas „Wildberry Lillet“ mit 140 BPM schon gar nicht. Selbst die russische Nationalhymne dürfte laut der Regelung der tschetschenischen Regierung nicht mehr gespielt werden – mit 76 BPM ist die Hymne zu langsam für die minimal geforderten 80 BPM.

Regelung verbietet vorallem westliche Musik

Viele sehen es kritisch, wie die autonome Republik der russischen Föderation dadurch den Einfluss westlicher Kultur auf die eigene Gesellschaft weiterhin minimiert und die eigenen Kulturschaffenden in ihrer Arbeit einschränkt und ihnen in der Veröffentlichung ihrer bisherigen Arbeit mitunter schadet.

Als Begründung für die Neuregelung führt Kulturminister Dadajew in einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS an, dass sichergestellt werden soll, dass tschetschenische Musik zum Ziel haben soll, den Menschen das kulturelle Erbe des eigenen Volks näherzubrigen. Es sei unzulässig, sich die Musikkultur anderer Völker anzueignen.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.