„Niemand bringt Marten um“: Marteria ist mit neuem Song zurück
Das Jahr 2020 begann für Marteria mit einem – aus heutiger Sicht – folgenschweren Post auf Instagram: Der Rapper wollte sich mit der Veröffentlichung des Videos erst einmal abmelden. Eine Auszeit gönnen, auf Reisen gehen. Marteria wünscht allen Fans ein erfolgreiches neues Jahr: „Dass es das geilste Jahr in unserem Leben wird – und ich glaube das wird es!“ Kurze Zeit später steht die Welt Kopf und das Video fühlt sich an wie ein schlechtes Meme.
Auf Reisen geht Marteria dennoch: Er schafft es auf den letzten Drücker zu Beginn des Lockdowns aus Caracas heraus und strandet schließlich auf Barbados. Kein schlechtes Ziel zum Ausruhen und Entspannen nach knapp drei Jahren voller Tourneen und Veröffentlichungen. Auch aus Langeweile begann Marteria in seinem Exil dann an neuem Material zu arbeiten, nutze dafür die Handy-App Voloco und tauschte sich aus der Ferne mit DJ Koze, Siriusmo und seinen langjährigen Produzenten The Krauts über die neue Musik aus. Entstanden ist dabei der Track „Niemand bringt Marten um“, eine melancholisch-poppige Rave-Nummer, die den Auftakt zu weiterer neuer Musik darstellen soll.
Der Song bricht den Lebensstil des Rappers in warmer und dennoch ungeschönter Manier herunter: „Bin schon hundert Mal über mein Grab gesprungen“ heißt es im Refrain und so erhebend die Worte auch klingen mögen, so einen bitteren Beigeschmack tragen sie in sich. Noch vor knapp sechs Jahren sieht es bei Marteria nämlich gar nicht rosig aus. Die Diagnose lautet: Akutes Nierenversagen. Dreieinhalb Wochen kämpfen die Ärzte damals um sein Leben und Marteria sagt später: „Ich wär‘ fast gestorben.“
Urlaub und Angeln für Marteria sind für Marteria danach der passende Gegenpol zum Exzess im Nachtleben. Den Rave der Nacht verbindet er nun mit ehrlichen Zeilen über sein Leben, über die Gratwanderung zwischen „zu viel“ und „gerade richtig“. Aber auch das allbestimmende Virus findet einen Platz im Track, der wieder einmal deutlich macht: Marteria ist verrückt, Sternzeichen: Lebemann.
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