OG Keemo überrascht mit kompromissloser „Berserker+“-EP
Das Warten hat ein Ende – wenn auch anders als erwartet. Nachdem OG Keemo in den vergangenen Wochen mit einem Burner-Account, geleerter Instagram-Seite und einem rotierenden Countdown auf der Website berserker26.de eine pointierte Pre-Release-Kampagne hingelegt hat, ist nun klar, was hinter dem ganzen Hype steckt: nicht das groß antizipierte Album, sondern die EP „Berserker+“.
Fünf Tracks, ein Soundbild
Die Tracklist ist so kompakt wie kompromisslos: „Chaos“, „Mehr“, „Hass“, „Auge“ und „Blind“. Letzterer hat zur EP-Veröffentlichung auch ein Visual auf YouTube spendiert bekommen. Produziert wurde die EP -wie nicht anders zu erwarten – von Keemos langjährigem Klangarchitekten Funkvater Frank, der seit den Anfängen für das raue, druckvolle Soundprofil des Rappers verantwortlich zeichnet. Offizielle Features sucht man auf „Berserker+“ vergeblich, dennoch gibt es einiges Easter-Eggs: Azad führt als Erzähler durch die Dramaturgie, dazu wurden Ramzey und Sängerin maïa fast wie Instrumente eingesetzt.
Barock, Berserker, Bildersturm
Die ästhetische Inszenierung rund um die Veröffentlichung ist dabei mindestens so bemerkenswert wie die Musik selbst. Auf der Teaser-Website wechselten sich barocke Gemälde mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen von OG Keemo und Funkvater Frank ab, alles überschrieben mit einem in Frakturschrift gesetzten „BERSERKER“-Logo, das eher aus dem Black-Metal-Universum als aus dem Deutschrap stammen könnte. Eine klare Linie zwischen kunsthistorischer Referenz und roher Gegenwart, die OG Keemo zuletzt schon mit „Mann beißt Hund“ und „Fieber“ konsequent gezogen hat.
Vorgeschmack oder Vollwerk?
Die Frage, die jetzt im Raum steht: Ist „Berserker+“ eine eigenständige EP oder nur die Vorhut für das eigentliche „Berserker“-Album, das Fans seit Wochen erwarten? Das Plus im Titel und die kurze Spielzeit lassen vermuten, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Bis zur möglichen Auflösung gibt es zwölf Minuten konzentrierten OG Keemo zum Reinhören.
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