„Plastikstrand“: Amewu über die Frage nach Haben oder Sein
Nach einer längeren Schaffenspause taucht Amewu wieder auf dem deutschen Rap-Radar auf und machte bereits mit seiner Single „Amewuga“ mehr als deutlich: Er hat Einiges zu sagen. Ob er seine Pause genutzt hat, um die eigenen Gedanken zu sammeln und zu fokussieren oder ihm die kritischen Texte einfach so in den Kopf kommen ist unklar, aber Fakt ist: Der Rapper hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe, mit der er ein schmerzhaft treffendes Bild unserer Gesellschaft zeichnet – mit all ihren Problem und Missständen.
Denn Amewu nutzt seinen Rap von Beginn an, um auf die Ungerechtigkeiten in der Welt aufmerksam zu machen. Angefangen bei Materialismus bis hin zu Krieg und Ausbeuterei. Er verschließt seine Augen nicht vor den Problemen unserer Zeit und schont auch die seiner Zuhörer:innen nicht. Denn die Welt brennt – und genau darauf möchte Amewu aufmerksam machen.
Amewu – Plastikstrand
Das tut er auch in seinem neuen Song „Plastikstrand“, wenn auch um einiges abstrakter als noch in der Comeback-Single „Amewuga“. Mittelpunkt der gerappten Diskussion ist die Frage nach „Haben oder Sein“. Sie ist nicht nur der Titel des nächsten Albums von Amewu, sondern auch eine philosophische Frage, über die man stundenlang nachdenken kann. Der Berliner Rapper braucht allerdings nicht einmal eine Sekunde: „Sein“ ist seine Antwort – und für die gibt er in „Plastikstrand“ einige Argumente.
Denn Geld allein macht nicht glücklich. An sich keine neue Erkenntnis und dennoch leben wir in einer Gesellschaft, die es uns häufig anders suggeriert. „Ich verdien‘ all das Geld und gebe all das aus / Wenn du mir zeigen kannst, wer hier das Glück verkauft“, so Amewus Erkenntnis aus einer Realität, in dem Karriere über Familie steht und alles nur auf Zahlen, Effizienz und Expansion beruht. Das gesamte kommende Album wird sich mit diesen Themen beschäftigen und an mehr Menschlichkeit appellieren. „Haben oder Sein“ wird am 28. Januar 2022 erscheinen und somit Amewus erstes Werk seit über zehn Jahren markieren.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.