Das Buch(-gespräch) zur Woche: Dirk Bernemann über „Schützenfest“
Heute gehen wir mit dem Autor Dirk Bernemann dahin, wo es wehtut: auf ein Volksfest in der westfälischen Provinz. Sein Roman „Schützenfest“ erzählt von Gunnar Bäumer – einem bald 30jährigen Mann, der ein paar Tage das Haus seiner Eltern hüten soll. Gunnar ist früh nach Berlin geflüchtet und kehrt einerseits widerwillig zurück, lässt sich andererseits aber auch zu gerne in den dörflichen Exzess ziehen.
Ein Setting also, das schnell zu einem klischeehaften Roman hätte führen können, wo ein überheblicher Großstädter über die Daheimgebliebenen lästert und die billige Pointe sucht. „Schützenfest“ ist glücklicherweise das Gegenteil. Es ist ein bitterer Roman, eine schonungslose Selbstanalyse eines Menschen, der immer in die große Stadt wollte, und seine Herkunft doch nicht loswird. Es ist aber auch ein lustiges Buch – bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt, wie die letzte Frikadelle auf dem Schützenfest.
Daniel Koch sprach mit Dirk mit über die Schützenfeste der Jugend, die Risiken und Nebenwirkungen von Kümmerling & Co., das Gute und Schlechte, das man mit dem Wort „Heimat“ verbindet – und Dirk erklärt, warum er gerade nicht das Dorfleben dissen wollte.
Dank des Verlags Heyne Hardcore haben wir zwei Verlosungsexemplare für euch. Schickt uns einfach eine Mail mitsamt Postadresse, eurer schönsten oder schlimmsten Schützenfest-Erfahrung und dem Betreff „Der Termin“ an verlosung@diffus.de!
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