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Psychologischer Querschnitt mit 3Plusss und „weine jetzt, lache später“

Posted in: News
Tagged: 3Plusss

3Plusss treibt schon seit einigen Jahren als „Hassrapper deiner Lieblingsrapper“ in der Szene sein Unwesen. Diesen Ruf verteidigt er auch auf seinem neuen Album mit bitter-ironischen, wohlgezielten Lines. Aber „weine jetzt, lache später“ ist mehr als Kritik an Kolleg:innen und Zeitgeist. Mit wuchtiger Industrial-Produktion von Piet im Rücken seziert der Rapper aus Essen die eigene Psyche – und offenbart tiefe Abgründe.

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Vorab: Ja, einigen von euch wird der Name 3Plusss vielleicht von einem gewissen Videobattleturnier bekannt sein. Aber diese Geschichte ist längst tausendmal durch erzählt und deshalb fangen wir davon gar nicht erst an. Schließlich lässt sich auch abseits der Battle-Wurzeln einiges über die Musik von 3Plusss sagen. „weine jetzt, lache später“ markiert somit mittlerweile sein drittes Album und den jüngsten Schritt in einem regelrechten Marathon der musikalischen Weiterentwicklung.

Metall auf Metall

Wichtiger Bestandteil dieser stetigen Evolution ist die enge, langjährige Zusammenarbeit mit Produzent Peet. Er schneidert 3Plusss wuchtige, beat-lastige Instrumentals auf den Leib, die oft mehr nach Metall auf Metall und Schwerindustrie als nach Zeitgeist-Hip-Hop klingen. Diese Kulisse wird punktgenau berappt auf Songs wie „SZN“ oder  „Nummer Leider“ (der schon auf Kopfhörern ernsthafte Ambitionen zum Live-Banger vermuten lässt).

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„Kassel, Halle, Hanau, und so weiter“

Wie gewohnt teilt 3Plusss aus gegen Spotify, Luke Mockridge, Julian Reichelt, die Polizei, Prinz Pi – um nur ein paar Zielscheiben aus dem ersten Track „Phase II“ zu nennen. Seine Punchlines spuckt 3Plusss angeekelt wie verdorbenes Essen aus, während er seine Haltung stets mit der angemessenen Dringlichkeit vorträgt: „…und will Deutsche Wohnen enteignen / Und dass ihr die NSU-Akten freigebt / Und wo wir schon dabei sind / Oury Jalloh, das war Mord / Kassel, Halle, Hanau, und so weiter“

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Auf der Suche nach dem Glück im Unglück

Abseits aller Abgründe von Szene und Gesellschaft wartet allerdings noch ein viel tieferes Loch: Die eigene Psyche. „Ein mal am Tag schmeiß ich alles hin / Ein mal am Tag heb ich alles wieder auf / Was ein mal war, ergibt keinen Sinn / Ich falle und falle und falle und knalle niemals auf“, heißt es in „Danke“ über hektische Jungle-Beats. Kurz darauf gibt sich mit Tua der einzige und sehr treffend gewählte Feature-Gast die Ehre und glänzt vor allem mit einem berührenden Spoken Word-Part. Mit einer optimistischen Haltung trotz aller Widrigkeiten geht das Album dann schließlich zu Ende, ganz nach dem Motto: „Es geht voran“. 

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